Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b des Hagener Albrecht-Dürer-Gymnasiums haben sich seit März 2006 auf eine historische Spurensuche der besonderen Art begeben: Sie recherchierten die Lebenswege von Hagener Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts.
Unter der Überschrift „Historische Spurensuche. Entdeckung einer Region“ arbeitet das Historische Institut der FernUniversität in Hagen mit Schulen aus Dortmund und Hagen zusammen. Finanziert wird das Vorhaben von der Stuttgarter Robert Bosch Stiftung. Ziel ist es, Methoden und Ergebnisse universitärer Forschung für Schulen nutzbar zu machen. Gleichzeitig finden Schülerinnen und Schüler mit der historischen Spurensuche in ihrer Stadt einen ersten Einstieg in eigene Forschung. Die Leitung des Projekts liegt bei Univ.-Prof. Dr. Reinhard Wendt (Lehrgebiet Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte).
Das Projekt, das sich die Klasse 9b des Hagener Albrecht-Dürer-Gymnasiums in diesem Rahmen vorgenommen hat, nahm seinen Ausgang auf dem Hagener Buschey-Friedhof. Der 1810 gegründete Friedhof in Hagen-Wehringhausen ist einer der ersten ökumenischen Friedhöfe im deutschen Reich. Hier fanden Angehörige der bekanntesten Hagener Familien des 19. Jahrhunderts ihre letzte Ruhestätte. Die Grabstätten sind ein beeindruckendes Beispiel für die bürgerliche Repräsentation im vorletzten Jahrhundert und sie stehen für ein wichtiges Stück Hagener Geschichte.
Auf dem Friedhof wählten sich die Schülerinnen und Schüler den Grabstein einer Person aus dem 19. Jahrhunderts aus. Insbesondere interessierten sie sich für Mitglieder der Hagener Familien Funcke, Elbers, Soeding, Killing und Putsch. Aber auch den Lebenswegen von zunächst nicht so bekannten Personen wie dem Hagener Ehrenbürger Ernst Johann Koch wollten sie nachspüren.
Stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler die Dokumentation ihrer Arbeit. Hinten links Geschichtslehrerin Monika Groß, hinten Mitte Dr. Eva Ochs, Lehrgebiet Neuere Deutsche und Europäische Geschichte.
Die Klasse bekam Recherchehilfe von „Experten“, die ihnen Wege für ihre Detektivarbeit aufzeigten: Stadtbibliothek, Stadtarchiv, Bibliothek der FernUniversität und der Hagener Heimatbund sind einige der Adressen, an die die Schüler sich wenden konnten. Stadtarchivar Andreas Korthals erklärte der Klasse beispielsweise die vielfältigen Recherchewege im Archiv. Einzeln oder in Gruppen recherchierten die Nachwuchshistoriker dann in wochenlanger Arbeit den Lebensweg „ihrer“ Hagener Persönlichkeit.
Die so entstandenen Biographien und die Dokumentation der Recherchearbeit wurden benotet. Die Ergebnisse der Schüler können sich sehen lassen: Findig nutzten die Neuntklässler verschiedene Recherchewege und erschlossen auch neue Quellen. In diesem Zusammenhang danken sie beispielsweise Lieselotte Funcke, die einigen Rechercheteams bei der Spurensuche nach Angehörigen der Familie Funcke, Elbers oder Osthaus wertvolle Hinweise gegeben hat.
Geleitet und betreut wurde die Spurensuche der Schülerinnen und Schüler von Monika Groß, Geschichtslehrerin der Klasse 9b, und Dr. Eva Ochs, Lehrgebiet Neuere Deutsche und Europäische Geschichte der FernUniversität in Hagen.
Weitere Informationen:
FernUniversität in Hagen
Historisches Institut
Dr. Eva Ochs
Telefon 02331/987-2540
E-Mail: eva.ochs@fernuni-hagen.de
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de