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Aktuelles - Oktober 2006

Meinem besten Porträtisten

Meinem besten Porträtisten

Die Bibliothek der FernUniversität in Hagen zeigt vom 16. November bis zum 20. Dezember 2006 die Ausstellung „Meinem besten Porträtisten ...” Porträtfotografien und –zeichnungen aus den Beständen des Deutschen Exilarchivs 1933 – 1945. Sie wurde von Sylvia Asmus und Dr. Brita Eckert (Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main) erarbeitet. Die Ausstellung wird im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek, Universitätsstraße 23, 58097 Hagen präsentiert. Sie ist montags bis donnerstags von 9-19 Uhr, freitags von 9-16 Uhr und sonnabends von 9-13 Uhr geöffnet.

Der Ausstellungstitel zitiert die Worte, mit denen Thomas Mann ein Porträtfoto signierte, das der Fotograf Eric Schaal 1937 von ihm angefertigt hatte. Der Künstler gehörte zur großen Gruppe der Fotografen und Porträtzeichner – unter ihnen waren zahlreiche Frauen –, die nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 aus politischen und/oder „rassischen“ Gründen Deutschland verlassen mussten.

Die Ausstellung wählt zwei Ansätze, um sich ihrem Thema zu nähern: Im ersten Teil werden 15 Künstler – Fotografen und Zeichner – anhand von Briefen und Lebensdokumenten und mit Proben ihres Schaffens vorgestellt. Zu ihnen gehören unter anderem Florence Homolka, Lotte Jacobi, Eric Schaal, Fred Stein und Bil Spira.

Im Anschluss hieran sind Porträts zu sehen, die jeweils verschiedene Künstler von berühmten Persönlichkeiten wie Thomas Mann, Albert Einstein, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger und Arnold Schönberg geschaffen haben. Deutlich wird, wie subjektiv und im Ergebnis höchst unterschiedlich der fotografische Blick sein kann.

Die Ausstellungseröffnung am 16. November 2006 (Beginn 19.00 Uhr) trägt den Titel „Ein Porträt, das mich zum Sprechen ähnlich darstellt“. Sylvia Asmus stellt Leben und Werk einiger Fotografen und Fotografinnen der Ausstellung vor und präsentiert ausgewählte Schriftstellerporträts. Peter Schütze schlägt in einer Lesung den Bogen von der Fotografie zur Literatur. Zu hören sind witzige, sarkastische und liebevolle Porträts, die Exilschriftsteller von ihren Freunden, Widersachern und Leidensgefährten, deren Bilder in der Ausstellung zu sehen sind, in ihren Lebenserinnerungen, Briefen und Tagebucheintragungen gegeben haben. Im Rückblick Carl Zuckmayers beispielsweise wird deutlich, wie faszinierend und zugleich aggressiv der junge Brecht seiner Umwelt erschien, Ludwig Marcuse und Hermann Kesten schildern eindringlich, wie verloren und fremd ein Dichter wie Alfred Döblin in Amerika wirken musste. Immer wieder erscheint als geheimer Mittelpunkt und als Oberhaupt des deutschen Exils die Gestalt Thomas Manns: bewundert, beneidet, um Hilfe angegangen, nicht selten gehasst und auf Grund seiner Distanziertheit gescholten.

FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de