Die feierliche Auszeichnung junger Nachwuchswissenschaftler für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und Präsentationen der neuen Fakultät Mathematik und Informatik standen im Mittelpunkt des diesjährigen Dies Academicus, des Tags der Wissenschaft. Die FernUniversität in Hagen veranstaltete den akademischen Festakt am Freitag (17. November 2006) auf dem Campus.
Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer streifte in seinem kurzen Rückblick auf die Ereignisse des Jahres die hochschulpolitischen Veränderungen, die auch für die FernUniversität in der kommenden Zeit enorme Anpassungen nach sich ziehen werden. Das ab Januar 2007 geltende Hochschulfreiheitsgesetz etwa macht eine Neuordnung der Grundordnung erforderlich und bringt der Universität eine Präsidialverfassung. Die Landesregierung werde für die Steuerung des Hochschulwesens nur noch strategische Ziele entwickeln. Hoyer: „Bringt das Hochschulfreiheitsgesetz wirklich eine neue Freiheit oder haben die rechtlichen Rahmenbedingungen lediglich ein anderes Etikett bekommen?“ Die Einführung des Gesetzes in den Hochschulen werde allgemein noch mit großer Sorge gesehen.
Für die Einführung von Studienbeiträgen, an anderen Hochschulen bereits erfolgt, ist die Risikobewertung für die FernUniversität zur Zeit noch nicht wägbar. Hier werde noch, versprach Hoyer, intensiv an einer fernuniversitätsspezifischen Lösung gearbeitet.
Der Wettbewerb der Hochschulen im Rahmen der Exzellenzinitiative eröffnet der FernUniversität die Chance, wertete Hoyer, „unsere exzellente Performance auf unserem ureigensten Gebiet, dem Einsatz der Neuen Medien und der Informations- und Kommunikationstechnologie, mit der Forschung stärker zu verknüpfen und damit eine neue Ebene des Wissenstransfer in die Praxis zu erreichen.“
Die Hochschullandschaft befinde sich in einem nie zuvor gekannten Umbruch, resümierte der Rektor. Die Konsequenz des Wettbewerbs der Hochschulen untereinander sei noch nicht abzusehen. „Klar ist aber, dass die veränderten Rahmenbedingungen zu einem Umdenken führen müssen.“
Der stellvertretende AStA-Vorsitzende Matthias Pollak versicherte die Unterstützung der Studierenden in der Exzellenzinitiative, denn die FernUniversität sei exzellent, mit ihrem Blended Learning-Modell einmal und nicht so leicht zu kopieren. Die Studierenden würden sich aktiv in den Umgestaltungsprozess der Universität einbringen. Wollten sie doch – wie alle in der Universität – die Struktur verbessern und die FernUniversität voran bringen.
Es war ein längerer Prozess bis zur Gründung der Fakultät Mathematik und Informatik aus den Fachbereichen Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik und Mathematik. Der Prodekan der Fakultät, Prof. Dr. Detlev Hackstein, präsentierte die Fakultät in ihrem neuen Zuschnitt, beleuchtete die Zukunftsperspektiven und das Synergiepotenzial der zusammen- geführten Fachkompetenzen.
Über die Positionierung und die Zukunftsaussichten des an der FernUniversität neu geschaffenen Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik referierte Prof. Dr. Lars Mönch. Er vermittelte anschaulich einen Eindruck von der fachlichen Dimension der am Studiengang beteiligten Fächer.
Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gehört zu den wesentlichen Aufgaben der FernUniversität. Deshalb bildet der Dies Academicus den geeigneten Rahmen, um die besten Absolventinnen und Absolventen sowie Promovierte für ihre hervorragende wissenschaftliche Arbeit auszuzeichnen. Die Preise für die ausgezeichneten Examensarbeiten stiftete die Gesellschaft der Freunde der FernUniversität. Sie wurden vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Dr. h.c. Jörn Kreke überreicht an
Dipl.-Ing. Michael Helmut Kupfner, Niederbreitenbach (Österreich): „Meßsystem zur Feststellung von QoS-Metriken für RTP-Streams – RTP Monitor –.“ Lehrgebiet: Elektronische Schaltungen, Prof. Wupper, Fakultät Mathematik und Informatik.
Dipl. Math. Adrian Szawlowski, Berlin: „Quasikonforme Abbildungen für Anwendungen in der Teichmüller-Theorie.“ Lehrgebiet: Komplexe Analysis, Prof. Duma, Fakultät Mathematik und Informatik.
Dipl. Inf. Ruth Dillhage, Borken: „Berechenbarkeit des Spektrums linearer Operationen.“ Lehrgebiet: Theoretische Informatik I, Prof. Brattka, Fakultät Mathematik und Informatik.
Dipl. Kfm. Thomas Reimann, Oppenheim: „Veränderungen für Prüfer und Geprüfte nach der geplanten 8. gesellschaftsrechtlichen Richtlinie der EU.“ Lehrgebiet: Bürgerliches Recht, Prof. Wackerbarth, Rechtswissenschaftliche Fakultät.
Miriam Geoghegan M.A., Neulingen-Bauschlott: „Türken in Deutschland: endogene Integrationsbarrieren, ihre Ursachen und Folgen.“ Lehrgebiet: Soziologie II, Prof. Schimank, Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften.
Dipl.Volksw. Marcus Spahn, Wuppertal: „Unmittelbare Versorgungszusage und Direktversicherung als Gestaltungsformen der betrieblichen Altersvorsorge – ein steuerlicher Vorteilhaftigkeitsvergleich.“ Lehrgebiet: Betriebswirtschaftslehre, insb. Steuer- und Prüfungswesen, Prof. Schneeloch, Fakultät Wirtschaftswissenschaft.
Die Auszeichnung für die besten Promotionsarbeiten stiftete die Sparkasse Hagen. Der Vorstandsvorsitzende Klaus Hacker überreichte die Förderpreise an
Am Dies Academicus ehrten die Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e. V. und die Sparkasse Hagen hervorragende Absolventinnen und Absolventen sowie Promovierte. Von links nach rechts: der Vorsitzende der Freundesgesellschaft Dr. Dr. h.c. Jörn Kreke, Dr.-Ing. Fan Yang, Marcus Spahn, Dr. Michael Retter, Michael Helmut Kupfner, Dr. Heide Schmidtmann, Dr. rer. nat. Johannes Leveling, Ruth Dillhage, Dr. rer. pol. Carl-Christian Buhr, Miriam Geoghegan, Thomas Reimann, Adrian Szawlowski, Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, Dr. Stefan Kracht, Klaus Hacker (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hagen)
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de