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Aktuelles - Dezember 2006

Honorarprofessor an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät

Verleihung der Würde an Prof. Dr. Peter Schiffauer

Ihre erste Ehrenprofessur hat die Rechtswissenschaftliche Fakultät der FernUniversität in Hagen verliehen: Ausgezeichnet mit dieser Würde wurde Prof. Dr. Peter Schiffauer. Er ist nun Honorarprofessor für die Fächer Deutsches, Ausländisches und Europäisches Verfassungsrecht.

Erster Honorarprofessor der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUniversität in Prof. Dr. Peter Schiffauer (li.), hier mit Dekan Prof. Dr. Dr. Thomas Vormbaum Honorarprofessor der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUniversität in Hagen ist jetzt Prof. Dr. Peter Schiffauer (li.), hier mit Dekan Prof. Dr. Dr. Thomas Vormbaum

In seiner Begrüßung unterstrich Dekan Prof. Dr. Dr. Thomas Vormbaum, wie hoch die Hürden sind, die für eine solche Ehrung überwunden werden müssen. In diesem Fall wurde „dieser Beschluss ohne Wenn und Aber gefasst“, so Prof. Vormbaum. Denn die Fakultät erhofft sich zusätzlich zu der zusätzlichen Lehrkapazität durch die hohe wissenschaftliche Reputation ihres neuen Mitglieds „weiteren Glanz“.

Die Antragsteller der Honorarprofessur – Emeritus Prof. Dr. Dr. h. c. Dimitris Th. Tsatsos, Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen und Emeritus Prof. Dr. Ulrich Eisenhardt – waren sich einig, dass der berufliche Erfahrungsschatz und das wissenschaftliche und literarische Werk von Peter Schiffauer von wesentlicher Bedeutung für das juristische, rechts- und staatsphilosophische Denken und insbesondere für die europäische Verfassungswissenschaft sind. Die Honorarprofessur sei für jede juristische Fakultät, und ganz besonders für die der FernUniversität in Hagen mit ihrem neu gegründeten Institut für Europäische Verfassungswissenschaften, eine erhebliche Bereicherung.

Peter Schiffauer hat auf dem Gebiet der Rechtswissenschaft, insbesondere der Rechtsphilosophie und der Rechts- und Verfassungswissenschaft der Europäischen Union, hervorragende Leistungen in der wissenschaftlichen Forschung erbracht. In gleicher Weise hat er in der beruflichen Praxis in den wissenschaftlichen Diensten des Europäischen Parlaments hervorragende Leistungen auf diesen Gebieten bewiesen, die durch seine Bestellung zum Leiter des Sekretariats eines parlamentarischen Ausschusses mit bedeutenden Zuständigkeiten auf diesen Gebieten anerkannt wurden.

Seinen Lebensweg kennzeichnen der beständige Austausch zwischen Theorie und Praxis, ein weit gespannter und tief greifender Interessenhorizont, eine große Vielseitigkeit und eine beeindruckende Produktivität. Seit dem 1. Januar 1980 Beamter der Europäischen Gemeinschaften leitet er seit dem 1. Juli 2004 das Sekretariat des Ausschusses für konstitutionelle Angelegenheiten. Die Zuständigkeiten dieses Ausschusses erfordern eine hervorragende fachliche Kompetenz auf allen Gebieten des Rechts der Europäischen Union und große Erfahrung auf dem Gebiet der Rechtspolitik und Gesetzgebungstechnik.

Das wissenschaftliche und literarische Werk von Peter Schiffauer besteht aus 15 veröffentlichten Untersuchungen sowie drei im Erscheinen begriffenen und zwei unveröffentlichten Arbeiten. Es zeichnet sich u. a. aus durch eine überwältigende Vielfalt, erstaunlichen Kenntnisreichtum, interdisziplinäre Offenheit und die Fähigkeit, in den komplexesten Zusammenhängen die tragenden Grundsatzfragen aufzuspüren und fruchtbare Denkanstöße zu geben.

Bereits seit 1995 hat Peter Schiffauer Verbindung zum damaligen Institut für Deutsches und Europäisches Parteienrecht der FernUniversität in Hagen. Es entwickelte sich eine immer engere Zusammenarbeit. Zusätzlich zu seinen schriftlichen Lehrmaterialien hielt Schiffauer seit 1996 mehrfach Vorträge in Hagen. Im Mai 2005 fand unter seiner Leitung eine Sitzung der Autoren des von dem Institut für Europäische Verfassungswissenschaften initiierten Projekts „Handbuch über die Europäische Verfassung“ statt. Schiffauer ist gleichzeitig Autor und einer der Koordinatoren des Gesamtwerkes.

Für den Laudator Prof. Dr. Dimitris Th. Tsatsos war dies „eine der schönsten Stunden meines akademischen Lebens!“ Kennen gelernt hatte er Schiffauer im Europäischen Parlament. Als Europa-Abgeordneter erhielt er von diesem „eminent wichtige wissenschaftliche und menschliche Unterstützung“, war beeindruckt von der Fähigkeit Schiffauers, Wissenschaft als Instrument zu nutzen.

Die breite Sichtweise Schiffauers dokumentiert sich u. a. darin, dass er – noch vor der Honorarprofessur – Mitglied im Vorstand des Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften wurde, das eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der juristischen mit der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften der FernUniversität ist.

Abschließender Höhepunkt der akademischen Feier nach der Überreichung der Urkunde war der Vortrag von Prof. Dr. Peter Schiffauer über die „Res Publica Europea – Utopie oder aktuelle Aufgabe?“

Gerd Dapprich | 22.12.2006
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