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Aktuelles - April 2007

„Schrauben“ am PC, Film drehen oder löten: 64 Girls mit riesengroßem Ehrgeiz an der FernUni

Handwerk, Internet, Studium: Beim Girls‘ Day neue Einblicke in die Arbeitswelt

Beherzt und ehrgeizig: So griffen 64 Mädchen beim Girls‘ Day an der FernUniversität in Hagen zu Lötkolben und Feilen, schraubten Computer zusammen, programmierten ein kleines Spiel oder verfolgten den Weg eines Buches vom Regal in der Uni-Bibliothek zurück zur Bestellung. Oder sie drehten über das ganze Geschehen einen eigenen Videofilm.
Als Erste wurde die Organisationsleiterin für den Girls' Day an der FernUniversität, Gleichstellungsbeauftragte Melanie Graf (li.), vom Schülerinnen-Filmteam interviewt Als Erste wurde die Organisationsleiterin für den Girls' Day an der FernUni, Gleichstellungsbeauftragte Melanie Graf (li.), vom Schülerinnen-Filmteam interviewt
Natürlich gab es für einen Teil an diesem 26. April auch eine Vorlesung. Das Ziel der FernUniversität, so Personaldezernent Wolfram Krunke bei der Begrüßung, war es schließlich, ihnen Berufe und Studiengänge vorzustellen, die sie vielleicht nicht in Betracht ziehen würden: „Ihr sollt Eure Berufsmöglichkeiten und Chancen besser ausschöpfen können!“ Schließlich muss es ja nicht immer Arzthelferin oder Verkäuferin sein…

Im elektrotechnischen Bereich der Fakultät für Mathematik und Informatik kamen handwerklich interessierte Schülerinnen auf ihre Kosten. 10- bis 14-jährige konnten ein Herz mit blinkenden Leuchtdioden, Schaltung und Batterie anfertigen. „Ihr Ehrgeiz ist riesengroß, der Umgang mit dem Lötkolben klappt prima!“ lobte FernUni-Mitarbeiter Peter Böhme. So wie bei der 13-jährigen Isabell: „Ich war schon voriges Jahr hier in der FernUni, in der Mathematik. Jetzt wollte ich einmal etwas anderes kennenlernen.“

Eine schöne Erinnerung konnten auch die Mädchen mit nach Hause nehmen, die sich in der mechanischen Werkstatt einen Schlüsselanhänger aus verschiedenen Materialen feilten. Und weil in der Elektro- und Informationstechnik heute das Handwerkliche eng mit dem PC verbunden ist, stand auch die Programmierung einer Internetseite auf dem Programm.

Theresa (li.) und Annika, beide 13, bei ihrer Buch-Recherche in Internet und Bibliothekskatalog Theresa (li.) und Annika, beide 13, bei ihrer Buch-Recherche in Internet und Bibliothekskatalog

Einen technischen Schwerpunkt hat auch die Universitätsbibliothek. Nicht nur Bücher gibt es hier, sondern auch viel Technik und Computer. Und viel Bibliothek im Internet. Hier erfuhren die Mädchen nicht nur, welchen Weg ein Buch zurücklegen muss, bevor es seinen Platz im Regal hat. Sondern auch, wie eine ganze Bibliothek in den PC „passt“. Die Webseite der Unibibliothek zum Beispiel hält viele interessante Angebote bereit. Hier lernten die Schülerinnen die FernUni-Bibliothek zunächst bei einer Führung mit einem kleinen Suchspiel kennen. Außerdem gab es eine „Bibliotheksrallye rückwärts“: Nach einer kurzen Erklärung, wie man das Buch im Katalog und in der Bibliothek findet, verfolgten sie den Weg eines Buches im Regal zurück bis zu seinem Kauf. Dabei mussten einige Rätsel gelöst werden.

Weiterhin gab es Informationen über den Beruf der Fachangestellten für Medien und Informationsdienste sowie zu weiteren Ausbildungsmöglichkeiten für diesen Bereich.

Spannend und abwechslungsreich war es auch im Zentrum für Medien und IT. Hier konnten vier Mädchen ab 15 Jahren selbst einen Film über den Girls‘ Day an der FernUni drehen. Das Filmteam besuchte dafür verschiedene Aktionen auf dem Campus, drehte Videosequenzen, bearbeitete anschließend das Material und schnitt es zu einem Film zusammen. Als erste wurde die Gleichstellungsbeauftragte Melanie Graf interviewt, die den Aktionstag an der FernUni organisiert hatte.

Gleich 12 Teilnehmerinnen, aufgeteilt in vier Gruppen, konnten im ZMI ein eigenes kleines Spiel programmieren (Marienkäfer im Labyrinth), Computer für LAN-Partys zusammen bauen und vernetzen, dann bei einem Rennspiel über das Netz gegeneinander fahren und an einem Quiz rund um IT teilnehmen. Für alles gab es Punkte – und am Ende kleine Geschenke. Außerdem wurden sie hier über den Beruf Fachinformatikerin/Fachinformatiker informiert.

Das Zusammenbauen des PC klappt übrigens bestens: Bauteile erkennen und überlegen, wo die Anschlüsse der Karten hineinpassen, reinstecken, festschrauben, fertig.

Natürlich wurden auch Wissenschaft und Studium präsentiert. Bei Prof. Dr. Winfried Hochstättler ging es im Mathematik-Gebäude in der Lützowstraße 125 darum, „wie man effizient stabile Paarungen bestimmt – über stabile Hochzeiten, Zuweisungsspiele und Arbeitsmärkte“. Das zweite Thema waren „Digitale Bilder - von der Kamera ins Netz“.
Gut angekommen: Den Girls' Day an der FernUni fanden zwei Mädchen alles in allem "okay". Alle anderen fanden ihn gut, keines war unzufrieden. Was will man mehr?

Nach dem Mittagessen, zu dem die Gäste von der FernUniversität eingeladen wurden, fand im Senatssaal die Abschlussrunde statt. Und u. a. die Betreuenden vom Vormittag, die Mitarbeiterinnen der Gleichstellungsstelle, Ausbildungsleiterin Karin Moldenhauer und FernUni-Azubis mit Fragen zu Ausbildungsmöglichkeiten an der FernUniversität „löchern“.

Bedauerlich für das überaus engagierte Organisationsteam war vor allem, dass man über die 65 Anmeldungen hinaus weiteren 60 Interessentinnen hatte absagen müssen: Es waren einfach zu viele 10- bis 14-jährige (während für Ältere durchaus noch Platz gewesen wäre).

Gerd Dapprich | 26.04.2007
Girls Day 2007 Film
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