Rund 50 Gäste kamen am 8. Mai zum Vortrag von Prof. Dr. Dr. Heinz Abels in das Studienzentrum der FernUniversität. Es war der Auftakt der diesjährigen Hochschultage, die von Leverkusens Bürgermeisterin Irmgard Goldmann eröffnet wurden. „Jugend und Familie – Die Jugend, der unruhige Stifter der Moderne“ war das Thema des FernUni-Soziologen.
Mit einem kurzen Rückblick auf die gesellschaftliche Entwicklung seit der Reformation zeigte Abels zunächst auf, dass das Leistungsdenken der Moderne, die heutige Wertschätzung materieller Erfolge eine Vorgeschichte hat. Sozialisationsprozesse haben sich verändert, die Familie hat Funktionen verloren, eine Expertisierung der Erziehung hat stattgefunden. Der heute vorherrschende Wertepluralismus macht es den Eltern schwer, sich bei der Erziehung der Kinder zu orientieren. Dabei sei, so Abels, die Werteerziehung in der Familie nach wie vor wichtig, denn Eltern sind – so zeigen aktuelle Untersuchungen – auch bei der heutigen Jugend die wichtigsten Vorbilder; die Familie ist für die Jugendlichen nach wie vor relevant.
Doch woher kommen außerhalb von Elternhaus und Schule die Werte, die die Jugend vertritt? Eine wichtige Sozialisationsinstanz sind heute die Medien: Fernsehen, so Abels These, ist die erste Sozialisationsinstanz, es informiert über die möglichen Perspektiven, sich selbst zu sehen. Jugendliches Verhalten sei medial konstituiert – und das beleuchtete der Hagener Soziologe in seinem Vortrag auch in Bezug auf aktuelle Gewaltprobleme kritisch. Bei der Mehrheit der Jugend sieht Abels dennoch keine besorgniserregenden Entwicklungen: So seien heute z.B. mehr Jugendliche sozial engagiert als in den Generationen zuvor.
Diese und viele weitere Aspekte des Vortrags boten Stoff für eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum, zu dem Vertreter/innen aus städtischer Politik und Verwaltung, Schulen und dem Kulturbereich ebenso zählten wie Studierende und Absolventinnen der FernUni.
„Kinderarmut in einem reichen Land“ ist am Montag, 14. Mai, Thema von Prof. Dr. Christoph Butterwegge (Universität zu Köln). Dr. Thomas Gesterkamp (Köln) referiert am Dienstag, 22. Mai, über „Väter zwischen Laptop und Wickeltisch“.
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