„Die Mercator-Professur ist ein Gewinn und eine Anerkennung für die FernUniversität“, sagt Prof. Dr.-Ing. habil. Herwig Unger, seit Dezember 2006 Leiter des Lehrgebiets Kommunikationsnetze der Fakultät für Mathematik und Informatik der FernUniversität in Hagen, nicht ohne Stolz. Es ist ihm gelungen, Prof. Armin Mikler, Ph.D., aus Texas als Mercator-Gastprofessur vom 15. Juni bis 15. September nach Hagen zu holen. Das Lehrgebiet deckt in der Lehre laut Unger „alles ab, was Kommunikation ist – vom klassischen Telefon bis zum Internet“. Internationale Zusammenarbeit und akademischer Austausch werden daher großgeschrieben und sollen in Zukunft noch intensiver vorangetrieben werden.
Mit dem Mercator-Gastprofessurenprogramm bietet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) deutschen wissenschaftlichen Hochschulen die Möglichkeit, hochqualifizierte im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu einem von ihr finanzierten Aufenthalt einzuladen.
Dass gerade Armin Mikler gewählt wurde, überrascht vor diesem Hintergrund nicht: Schon als Student ging er 1988 von Deutschland in die USA. Heute lehrt er an der University of North Texas. Sein Forschungsschwerpunkt ist die von ihm mitbegründete „Computational Epidemiology“, die sich mit der Erforschung von Krankheitsbildern befasst. Am Computer werden die Verbreitung und das Verhalten von Krankheitserregern simuliert und ausgewertet. Dies liefert nicht so sehr Schnittpunkte für die Medizin, sondern vor allem für das öffentliche Gesundheitswesen. Hier können damit etwa Epidemien vorausberechnet werden. Die beiden Wissenschaftler, die sich bereits seit zehn Jahren kennen und auch gemeinsam publizierten, möchten auf diesem Gebiet zusammenarbeiten.
Entsprechend den Zielen der Mercator-Stiftung wird Mikler nicht nur in der Forschung aktiv sein, sondern sich auch in der Lehre engagieren, vor allem durch die völlige Neukonzeption des Kurses „Computer Safety“: „Die Mercator-Professur gibt mir die Chance, einmal in Deutschland zu lehren. Das ist eine große Ehre für mich“, sagt der amerikanische Wissenschaftler.
Er selbst kann ebenfalls hier etwas lernen. Neben seiner Begeisterung für das Lehrgebiet und insbesondere seinen Kollegen Unger interessiert er sich sehr für die Einzelheiten der Fernlehre. „Die FernUniversität hat hierin eine lange Tradition und in den USA steckt die Entwicklung in vielerlei Hinsicht noch in den Kinderschuhen. Ich profitiere sehr davon, die didaktischen Erkenntnisse, die hier erlangt worden sind, kennen zu lernen. Vielleicht kann ich sie in den USA anwenden und umsetzen.“
Neben Armin Mikler arbeitet zur Zeit noch ein weiterer internationaler Gast im Lehrgebiet: Ahmad Tajuddin Bin Samsudin aus Malaysia. Dort ist er bei Telekom Malaysia beschäftigt, einer der vielen Kooperationspartner des Lehrgebiets. Er forscht auf Einladung Ungers auch an P2P-Networks sowie an konkreten Simulationen solcher Netzwerke. Seinen ersten Aufenthalt in Deutschland und die FernUni findet er „great“.
Peer-to-Peer-Networks (P2P) sind einer der Forschungsschwerpunkte des Lehrgebiets von Herwig Unger. In einem solchen Netz von gleichberechtigten Computern können die Rechner Dienste sowohl in Anspruch nehmen als auch zur Verfügung stellen. Generell können so große Mengen von Daten intelligent verwaltet, leicht zugänglich gemacht und schnell übertragen werden.
Auf Internationalität legt Herwig Unger nicht nur bei seinen Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmenskooperationen Wert (zu den Industriepartnern zählen z. B. Airbus und JNC Jens Nicolaysen Consulting). Auch unter den Studierenden und Doktoranden sind fünf Nationen aus drei Kontinenten vertreten. Zurzeit unterstützen außerdem noch zwei Praktikanten aus Norwegen und Kolumbien das Team.
In dem international ausgerichteten Team von Prof. Dr. Herwig Unger (rechts) fühlen sich Mercator-Professor Armin Mikler (2.v.r.) und Ahmad Tajuddin (4. v.r.) ausgesprochen wohl.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de