Zu den Meldungen, nach denen das Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen ein Fernstudium für Gefangene prüft, nimmt die FernUniversität in Hagen Stellung. In Presseberichten war gemeldet worden, dass das Studienzentrum in der JVA Geldern am Ende des letzten Wintersemesters (2006/07) geschlossen worden sei, weil die FernUniversität seit dem Sommersemester 2006 nur noch Studierende mit eigenem Internetzugang aufnimmt.
Hierzu die FernUniversität in Hagen:
Das erfolgreich im Sinne der Resozialisierung arbeitende Studienzentrum in der JVA Geldern ist für uns damals überraschend und zu unserem großen Bedauern geschlossen worden. Die an der FernUniversität in Hagen studierenden Strafgefangenen wurden in verschiedene andere Haftanstalten verlegt. Mit erheblichem Mehraufwand stellt die FernUniversität selbstverständlich sicher, dass alle betroffenen studierenden Strafgefangenen ihr Studium beenden können.
Neu eingeschriebene Fernstudierende, die inhaftiert sind, benötigen keineswegs einen allgemeinen Internetzugang. Sie müssen nur einen begrenzten Zugang zu den Lehrangeboten haben, die im Netz der FernUniversität – und nicht im Internet – bereitgestellt werden. Die Lehrangebote im Netz stehen ihnen lediglich in einem gegen Missbrauch geschützten virtuellen Raum zur Verfügung, den das Zentrum für Medien und IT (ZMI) der FernUniversität extra für Strafgefangene eingerichtet hat.
Dieses System wird seit Jahren erfolgreich und problemlos mit den Justizvollzugsanstalten in Freiburg (Baden-Württemberg) und Berlin-Tegel praktiziert. Dort erhalten inhaftierte Studierende der FernUniversität unter Aufsicht Zugang und Zugriff auf den virtuellen Raum mit der Lernplattform der FernUniversität.
Hierzu der Rektor der FernUniversität in Hagen, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer: „Im Innovationsland Nordrhein-Westfalen muss doch auch möglich sein, was in Baden-Württemberg und in Berlin seit Jahren problemlos funktioniert.“ In beiden Ländern gibt es seit Jahren keinen einzigen Grund zu Beanstandungen.
Die FernUniversität würde sich freuen, wieder ihren wichtigen Beitrag zur Resozialisierung von Strafgefangenen auch in NRW in moderner Form leisten zu können.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de