„Wir hoffen, dass dies nur der erste und nicht der einzige Besuch sein wird“, betonte Gábor Halász, Leiter des Fernstudienzentrums Budapest, am Ende eines interessanten und eindrucksvollen Tages in Marl. Halász war zusammen mit einer sechsköpfigen Delegation der Technischen Hochschule (TH) Budapest vom 5. bis zum 11. Juli 2007 zu Gast an der FernUniversität in Hagen. In diesem Rahmen besuchten alle am 9. Juli Marl.
Zwischen TH und FernUniversität besteht seit November 2005 eine Rahmenvereinbarung über die gegenseitige Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen. Ungarische Studierende und Absolventen der Fakultäten für Elektroingenieure und Informatik können sich an der FernUniversität einschreiben und dort einen Abschluss zusätzlich zu ihrem ungarischen erwerben. Umgekehrt können deutsche Studierende Fernstudienprogramme der beiden ungarischen Fakultäten absolvieren und die Dienstleistungen des Budapester Fernstudienzentrums in Anspruch nehmen.
In Budapest werden folglich Ingenieurinnen und Ingenieure u. a. in den Fachrichtungen Elektronik, Elektrotechnik sowie Informatik ausgebildet. Das Angebot passt daher gut zu dem in Hagen. Ungarische Studierende dieser Fachrichtungen sollen nun die Chance auf ein Praktikum in Deutschland bekommen. „Sie sollen eine andere Arbeitskultur, eine andere Lernumgebung kennen lernen“, erklärt Prof. Dr. Eva Szlovák, Direktorin des Human Entwicklungsinstitutes der TH Budapest.
In Marl hatte Dietmar Lutzny von der Wirtschaftsförderung Marl Treffen mit in Frage kommenden Unternehmen organisiert, insbesondere mit der Degussa AG und Infracor GmbH sowie der Gesellschaft für Industrieanlagenplanung. Sie stellten ihre Unternehmen detailliert vor und zeigten großes Interesse an einer zukünftigen Zusammenarbeit und der Aufnahme ungarischer Praktikantinnen und Praktikanten. Auch Joachim Matzek, Geschäftsführer von Stein IT, Dienstleister für Hard- und Software, den man beim Empfang im Rathaus durch die Bürgermeisterin Uta Heinrich traf, kann sich sehr gut vorstellen, Praktika für TH-Studierende anzubieten. Alle Unternehmen hatten im letzten Jahr russische Praktikantinnen aus St. Petersburg betreut.
Die ungarische Delegation unter der Leitung von Prof. Dr. Eva Szlovák (vorne, 2.v.l.) wurde in Marl von der Bürgermeisterin Uta Heinrich empfangen (hinten, 3.v.l.). Anwesend waren ebenfalls die Leiterin des Studienzentrums Marl, Adelheid Stockmann (vorne, 3.v.l.), und Joachim Matzek von der Stein IT (hinten, 2.v.r.). Organisiert wurde der Besuch von Dietmar Lutzny, Wirtschaftsförderung Marl (hinten, ganz rechts).
Einsatzmöglichkeiten liegen z. B. in der Entwicklung von Computerprogrammen oder in der Verfahrenstechnik sowie der Mess- und Regelungstechnik. Nach dem ersten Treffen in Marl sollen der Kontakt zu diesen Firmen intensiviert und Einzelheiten besprochen werden. „Die Gespräche sind sehr konstruktiv verlaufen“, ist Dietmar Lutzny zufrieden.
Der Tag klang im Studienzentrum Marl aus. Manfred Degen, ehemaliger Landtagsabgeordneter und Sprecher des Schulausschusses der SPD, informierte die Gäste über die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern in Deutschland. Zusätzlich zum Ingenieursstudium bietet die TH nämlich noch eine pädagogische Zusatzausbildung an: Studierende erwerben ein zweites Diplom und können in so genannten Fach-Mittelschulen, Sekundarstufe II, unterrichten.
Aus diesem Grund soll die Zusammenarbeit mit der FernUniversität auf das Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften ausgeweitet werden. Möglichkeiten dafür bestehen in den Studiengängen Bildungswissenschaften (BA) und Bildung und Medien (MA, voraussichtlich ab WS 08/ 09).
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de