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Aktuelles - Oktober 2007

Forschungen von Prof. Renner auch für Lehre und Betreuung der FernUniversität interessant

Hagener Psychologie-Institut stellt sich neu auf

Das Institut für Psychologie der FernUniversität in Hagen stellt sich neu auf: Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer überreichte am 15. Oktober Dr. Karl-Heinz Renner die Ernennungsurkunde. Ab 1. November leitet er das Lehrgebiet Psychologische Methodenlehre, Diagnostik und Evaluation. Nachdem vor einigen Monaten gleich drei Professuren aus Altersgründen fast gleichzeitig vakant wurden, befindet sich das Institut in einer Umbruchsituation. Zeitweise war Prof. Dr. Ingrid Josephs, Prodekanin der Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften, die einzige Psychologieprofessorin. Umso mehr freute sie sich über die dritte Ernennung in kurzer Zeit.

„Ich komme sehr gerne nach Hagen. Alle Kontakte mit der FernUniversität waren sehr angenehm, ich fühle mich bereits heimisch“, freut sich Prof. Dr. Karl-Heinz Renner auf seine neue Aufgabe ab 1. November. Der bisherige Privatdozent an der Universität in Bamberg befasst sich schwerpunktmäßig mit „Selbstdarstellung und Persönlichkeit“, „Stressbewältigung“ und „Internet und Persönlichkeit“.

Der im Alltag etwas negativ besetzte Begriff „Selbstdarstellung“ deckt in der Psychologie eine ganze Bandbreite ab bis hin zum authentischen Eigenbild, das durch „ein wenig Theatralik einfach nur besser zur Geltung gebracht werden soll“, so Prof. Renner. Wobei dieses Bild keineswegs immer bewusst falsch gezeichnet wird, sondern in bestimmten Situationen wie bei Bewerbungen durchaus auch Ziel der eigenen Entwicklung sein kann, also einen engen Bezug zum (beruflichen) Kontext hat. Es kommt eben nicht nur auf die Kompetenzen an, sondern auch darauf, sie anderen verdeutlichen zu können. Für die FernUniversität, so Rektor Hoyer, können Arbeiten hierzu z. B. Antworten geben auf die Frage, wie sich ihre Studierenden selbst verstehen und nach außen darstellen.

Auch „Stressbewältigung“ kann für die „Kunden“ der FernUniversität nützlich sein. Ingrid Josephs: „Wir wollen genauer wissen, was unsere Studierenden belastet und wie wir sie durch das Zusammenspiel von persönlichen Kontakten mit Unterstützung und Betreuung im Internet entlasten können.“

Ebenso kann das dritte Interessensgebiet „Internet und Persönlichkeit“ für die Hagener Medienuniversität wichtige Erkenntnisse bringen: Personenbezogene veränderliche Eigenschaften bestimmen z. B., wie ein Computer eingesetzt wird. Wer mit dem PC umgehen kann und fit im Internet ist, surft öfter und beantwortet E-Mails schneller. Interessant kann auch sein, ob Aktivitäten in virtuellen Gemeinschaften oder in „Second Life“ Effekte für das reale Leben haben – verändern sie es gar positiv?

Der neue Professor wurde am 6. Oktober 1965 in Sulzbach-Rosenberg geboren. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Studiert hat er von 1987 bis 1993 Psychologie und Soziologie (Nebenfach) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, von 1990 bis 1993 als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Ab 1994 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie, seit August 2006 als Akademischer Oberrat. Zweimal war Renner Gastwissenschaftler in der DFG-Forschergruppe „Neue Medien im Alltag“ an der TU Chemnitz. Im Jahre 2000 promovierte er zum Dr. phil. und habilitierte sich im Juli 2006.

Gerd Dapprich | 16.10.2007
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