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Aktuelles - Oktober 2007

„Der Krieg um Ressourcen ist real“: Unbequeme Überlegungen einer Umweltpsychologin

15. November: Prof. Lenelis Kruse in der WP-„Leseruni“ im Senatssaal

Eigentlich ist Prof. Dr. Lenelis Kruse im Ruhestand. Eigentlich. Doch die Wissenschaftlerin, die das Lehrgebiet Ökologische Psychologie der FernUniversität in Hagen viele Jahre lang leitete, macht sich auch in dieser Lebensphase „Überlegungen einer Umweltpsychologin“ über den Klimawandel und nachhaltige Entwicklung: „Al Gore macht nichts anderes, als nachhaltige Entwicklung zu predigen.“ Und darunter versteht die streitbare Wissenschaftlerin weit mehr als einfach nur Umweltschutz: Es steht für die Veränderung von Bewusstsein und Verhalten. Und zwar nicht einfach nach vorgegebenen, oft bequemen Mustern, sondern exakt ausgerichtet auf lokale Notwendigkeiten und Möglichkeiten. An jedem Punkt der Erde. Denn das, was in Deutschland richtig ist, kann in Asien oder Afrika genau das Gegenteil bewirken. Ihre Überlegungen stellt sie am 15. November ab 19 Uhr in der FernUniversität in Hagen in der Reihe "WP-Leseruni" vor: "Der Klimawandel - aus der Sicht einer Umweltpsychologin".

Nachhaltige Entwicklung: Das beinhaltet für Lenelis Kruse auch „Friedenspolitik“ – „George W. Bush hat noch nicht kapiert, dass der Kampf um Ressourcen real ist!“ Und nachhaltige Entwicklung ist auch Gerechtigkeit und hat viele weitere Facetten.

Dass Politiker allein die weltweiten Probleme des Klimawandels in den Griff bekommen werden, glaubt sie nicht. Schon die in Auftrag gegebenen Gutachten sind den meisten Politikern viel zu umfangreich, nicht auf einer Seite zu beschreiben, die Lösung nicht in einem plakativen Absatz formulierbar. Angesichts globaler Probleme „können wir uns einen politischen Horizont, der nur bis zum Beginn des nächsten Wahlkampfs reicht, nicht mehr leisten.“ Wahlperioden bestimmen Inhalte – „Das ist doch lachhaft!“

Nein, die Menschen müssen aktiv werden, jeder und jede Einzelne. Und hier setzt für Lenelis Kruse die Aufgabe der Psychologie an: Umwelt, egal ob natürliche oder „gebaute“, hat großen Einfluss auf menschliches (Zusammen-)Leben. Und umgekehrt beeinflussen und verändern Menschen ihre Umwelt: „Wir müssen die Umwelt verbessern, um die Bedürfnisse von Menschen besser zu befriedigen. Dabei machen wir die Umwelt heute eher kaputt!“ Umweltschutz ist für sie nichts anderes, „als die Menschen zu motivieren, dass sie ihr Verhalten ändern müssen.“ Und zwar, um letztendlich den Bedürfnissen der Menschen und denen der Umwelt gerecht zu werden.

Die sicher auch unbequemen „Überlegungen einer Umweltpsychologinnen“ wird Prof. Dr. Lenelis Kruse am Donnerstag, 15. November, in der „Leseruni“ der Westfalenpost mit der FernUniversität in Hagen deutlich machen. Der Eintritt ist wie immer kostenfrei.

Gerd Dapprich | 26.10.2007
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