Rubriken

Aktuelles - November 2007

Bundeskanzleramt und Staatskanzlei NRW im DVPW-Focus: Wie arbeiten Regierungskanzleien?

Tagung in Hagen von Dr. Stephan Bröchler mitorganisiert

Der politikwissenschaftlichen Analyse des Bundeskanzleramts sowie der Staats- und Senatskanzleien der Länder neue Impulse zu geben: Dieses ambitionierte Ziel hatte sich die Sektion „Regierungssystem und Regieren in der Bundesrepublik Deutschland“ der „Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaften“ (DVPW) mit der Durchführung der Tagung „Regierungskanzleien im politischen Prozess“ gesetzt, Die Veranstaltung fand am 2. und 3. November in der FernUniversität in Hagen statt. Den neuen Sprechern der Sektion, PD Dr. Stephan Bröchler (FernUniversität, Lehrgebiet Politikwissenschaft V: Demokratie und Entwicklung von Prof. Dr. Hans-Joachim Lauth) und Dr. Julia von Blumenthal (Leuphana Universität Lüneburg) war es gelungen, einen interessanten Referenten- und Teilnehmerkreis zu versammeln.

Im Wechsel von Vortrag und Diskussion tauschten sich Vertreter der Führungsebene der Ministerialverwaltung, renommierte Politik- und Verwaltungswissenschaftler wie Nachwuchswissenschaftler engagiert aus. Auch Studierende der FernUniversität in den Studiengängen Bachelor „Politik und Organisation“ und Master „Governance“ konnten an der wissenschaftlichen Tagung teilnehmen. Die Bachelorstudentin Beate Korte-Melbert äußerte nach der Veranstaltung den Wunsch: „Hoffentlich finden in der Zukunft noch oft Tagungen in diesem Sinne statt!“

Auf interessante Diskussionen freuten sich (v. li.) Rüdiger Frohn, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, Dr. Julia von Blumenthal und Dr. Stephan Bröchler Auf interessante Diskussionen freuten sich (v. li.) Rüdiger Frohn, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, Dr. Julia von Blumenthal und Dr. Stephan Bröchler

Nach der Begrüßung durch den Rektor der FernUniversität, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, wandten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Tagungsthema zu: Wie arbeiten Regierungskanzleien in Bund und Ländern? Den inhaltlichen Auftakt machte Stephan Bröchler, der zunächst in den Stand der internationalen und der bundesdeutschen Regierungskanzleiforschung einführte. Anschließend entwickelte er zukünftige Forschungsperspektiven.

Der erste Themenblock richtete sich auf neue Forschungen zum deutschen Bundeskanzleramt. Professor Dr. Friedbert W. Rüb (Universität Hamburg) und Basil Bornemann (Universität Lüneburg) stellten Ergebnisse zur Analyse und Arbeitsweise der Regierungszentrale in Berlin vor, die z. T. noch nicht veröffentlicht sind. Als Glücksfall für die Auseinandersetzung mit Funktion und Aufgaben des Bundeskanzleramtes erwies sich Matthias Graf von Kielmansegg. Dem eigens aus Berlin angereisten Planungschef des Bundeskanzleramtes gelang es, durch seine Schilderung der Innenperspektive die wissenschaftlichen Erkenntnisse wesentlich zu ergänzen. Die drei Vorträge von Dr. Ralf Tils (Leuphana Universität Lüneburg) und den Diplom-Verwaltungswissenschaftlern Julia Fleischer und Olaf Dahlmann (Universität Potsdam) erweiterten den wissenschaftlichen Blick um die vergleichende Perspektive. Im Zentrum standen die deutsche und die britische Regierungskanzlei sowie das Weiße Haus.

Auch die Bereitschaft eines weiteren Praktikers, aktiv an der Tagung teilzunehmen, erwies sich als Glücksgriff: Rüdiger Frohn gab den Auftakt zum zweiten Themenschwerpunkt „Staatskanzleien“. Dem ehemaligen Chef des Bundespräsidialamtes und früheren Leiter der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen gelang es, differenziert, pointiert und spannend die Rolle der Regierungszentrale im Regierungssystem von Nordrhein-Westfalen zu analysieren. Magister Martin Florack und Diplom-Sozialwissenschaftler Timo Grunden, beide Mitarbeiter des renommierten Politikwissenschaftlers und Leiters der Government School NRW der Universität Duisburg-Essen, präsentierten neue Erkenntnisse über die Bedeutung der Staatskanzleien im politischen Prozess für NRW, Hessen, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Die Tagung endete mit einer Podiumsdiskussion zur Frage, welche die künftigen Orientierungspunkte für die Regierungszentralen sein sollen. Auch diese Diskussion war prominent besetzt. Auf dem von Dr. Julia von Blumenthal moderierten Podium diskutierten Rüdiger Frohn, Prof. Dr. Dr. Klaus König (Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer) –Nestor der deutschen Regierungszentralenforschung – , Prof. Dr. Dr. Karl-Rudolf Korte, Prof. Dr. Friedbert W. Rüb und PD Dr. Stephan Bröchler. Alle waren sich einig, dass die Tagung wichtige Anstöße für die künftige politikwissenschaftliche Forschung und Lehre gesetzt hat.

proe | 06.11.2007
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de