„Mit Gelassenheit“ sieht Prof. Dr. Michael Bitz die weltweiten Turbulenzen an Börsen und Finanzmärkten in letzter Zeit: „Die Aktienkurse haben sich zuletzt übertrieben nach oben entwickelt, jetzt gibt es als Reaktion eine zu starke Abwärtsbewegung.“ Dabei sind die „fundamentalen Daten gar nicht so schlecht, vor allem nicht in Europa.“ Michael Bitz, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insb. Bank- und Finanzwirtschaft an der FernUniversität in Hagen, feierte am 11. Februar seinen 65. Geburtstag.
Als Forscher befasst er sich vor allem mit Problemen der Entscheidungen bei Unsicherheit, Gläubiger- und Anlegerschutz, neueren Entwicklungen bei investitions- und finanzierungstheoretischen Modellen sowie der Eigenkapitalausstattung.
32-jährig kam er nach Hagen, weil er „etwas ganz Neues schaffen wollte – in Deutschland wusste niemand so richtig, wie akademisches Fernstudium funktioniert“. Seither erhielt er sechs Rufe anderer Universitäten. Doch der gebürtige Berliner zog es vor zu bleiben: „Erfolg macht Freude und dass die FernUniversität eine Erfolgsgeschichte ist weiß jeder.“ Stolz ist Michael Bitz auf den Anteil seiner Fakultät für Wirtschaftswissenschaft hieran.
Das Fach ist nach seiner Meinung für das universitäre Fernstudium besonders geeignet. Wünschen würde er sich aber an der einen oder anderen Stelle noch mehr persönliche Kontakte mit den Studierenden, die höchst effizient mit ihrer Zeit umgehen: „Sie lernen sehr zielorientiert.“ Aber das liegt ebenso in der Natur der Sache wie ihre besonderen Anforderungen: Viele haben bereits aus dem Beruf heraus eine Anschauung von dem, was „wir hier machen, das erleichtert es, Theorie und Praxis zusammen zu fügen“. Das gilt nicht nur für Kaufleute, sondern ebenso für Ingenieure und Ingenieurinnen, Naturwissenschaftler und -wissenschaftlerinnen und viele andere, die im Arbeitsalltag mit wirtschaftlichen Themen konfrontiert werden: „Sie haben oft eine besonders hohe Motivation, in die betriebswirtschaftliche Denkwelt reinzukommen“.
Bitz sah sich also immer wieder neuen Herausforderungen gegenüber, „wir haben immer wieder etwas Neues gemacht, Studiengänge aufgebaut und verändert oder die neuen Medien integriert.“ So hatte er nie den Eindruck, wirklich fertig zu sein: „Das hält fest.“
Hierauf und auf einiges andere – wie z. B. das auch für den Lehrenden flexible Studiensystem – möchte Michael Bitz noch nicht verzichten. So wird er sein Lehrgebiet noch ein Jahr und „hoffentlich länger“ weiterleiten. Wenn er sich später ins Privatleben zurückzieht warten auf den Theater- und Opernfreund noch mehrere Buchprojekte. Und ein Hund, „der mich bei jedem Wetter ’raus zwingt – das hält jung!“
Mit Prof. Dr. Michael Bitz freuten sich seine Frau Heike, Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer (li.) und Dekanin Prof. Dr. Sabine Fließ (re.) auf die Feier
Am 13. Februar fand – organisiert von seinen beiden Schülern Prof. Dr. Andreas Oehler, Bamberg, und Prof. Dr. Udo Terstege, Bochum – eine akademische Feier zu seinen Ehren statt. An deren Ende übergaben sie dem überraschten Jubilar eine Festschrift.
In seinem Grußwort hatte Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer auf den unermüdlichen Einsatz des Hochschullehrers der ersten Stunde hingewiesen, u. a. auf seine 20-jährige ununterbrochene Mitgliedschaft im Senat. Dekan, Prodekan und Prorektor war Bitz ebenfalls, der – auch wenn für ihn seine Fakultät immer an erster Stelle stand – die Brücke zur gesamten Universität schlug. Und zwar „loyal und zuverlässig“, wie ihm der Rektor bescheinigte. Davon profitierten auch seine Studierenden, denn „Hochschullehre ist Ihre Passion“. Was Michael Bitz in seinem abschließenden Dank ebenso sah: Nicht zuletzt wegen der Freiheit der Lehrenden sei die FernUniversität „meine akademische Heimat!“
Von dem, was eine Universität ist und was die FernUniversität zu sein hat, hatte er immer klare Vorstellungen, denen er ebenso charmant wie konsequent folgte, insbesondere auch bezüglich der Qualität der Lehre. Sein messerscharfer Verstand – den ihm alle Vortragenden der Veranstaltung attestierten – half dabei, so manchen Stillstand durch einen passenden Vorschlag zu überwinden. Sein Kollege und Freund, der emeritierte Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Eisenhardt, wusste hierzu einiges über Bitz’ Einfälle und seine Verdienste für den Erhalt der FernUniversität zu berichten.
Trotz einer durchaus konservativen Grundeinstellung ist Michael Bitz kein prinzipieller Gegner neuer Medien, vielmehr schilderte ihn die Dekanin Prof. Dr. Sabine Fließ als „durchaus offen für Neues, das er aber erst einmal prüfen und abwägen“ wolle.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de