„Meine Forschung bezieht sich auf den Zusammenhang von Arbeit und Bildung“, sagt Prof. Dr. Walter Georg, Leiter des Lehrgebiets „Berufs- und Wirtschaftspädagogik“, Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften, an der FernUniversität in Hagen. Am 28. April feiert er seinen 65. Geburtstag.
Prof. Dr. Walter Georg
Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in der Berufs- und Qualifikationsforschung und in der vergleichenden Berufsbildungsforschung. Prof. Georg untersucht, wie sich Qualifikationen und Qualifikationsanforderungen verändern, wie das Bildungssystem darauf reagiert und wie sich diese Veränderungen schließlich auf den Arbeitsmarkt auswirken. „Besonders in Deutschland prägen die Bildungsstrukturen stark die Einteilung des Arbeitsmarktes in verschiedene Bereiche“, erläutert er. „Diesen Aspekt kann man besonders gut im internationalen Vergleich spiegeln“.
Sein Schwerpunkt liegt auf Japan und Ostasien. Seit 1969 ist Walter Georg regelmäßig in Japan. Dort arbeitet der Bildungswissenschaftler eng mit der Universität Nagoya zusammen und hat schon zahlreiche große Forschungsprojekte realisiert. Er vergleicht z.B. den deutschen mit dem japanischen Arbeitsmarkt und den jeweiligen Bildungsstrukturen oder die unterschiedlichen Erwerbsbiografien: Warum entwickeln sich die Laufbahnen japanischer Berufstätiger anders als die der deutschen?
An die FernUniversität kam er vor 31 Jahren aus Hamburg, wo er als Professor für Wirtschaftspädagogik an der dortigen Universität tätig war. „Der Aufbruch zu einem völlig neuen Studiensystem hat mich gereizt“, erklärt Prof. Georg seine Entscheidung für Hagen. Bereut hat er sie nicht: Rufe an die Universitäten Oldenburg und Mainz lehnte er ab.
Auf den persönlichen Kontakt zu seinen Studierenden hat er dennoch nicht verzichtet: „Präsenzveranstaltungen halte ich besonders im Fernstudium für sehr wichtig“, meint Georg. Genauso wie die individuelle Betreuung der Studierenden – sei es per E-Mail, Telefon oder jetzt mit der Kommunikationsplattform „Moodle“, die in der Fakultät zur Betreuung der Studierenden eingesetzt wird. Studierende und Lehrende können dort z. B. in Foren und Chats miteinander in Kontakt treten, Fragen klären, sich austauschen: „Ich habe es wirklich als Fortschritt empfunden, als an der FernUni die Kommunikation über das Internet in dieser Weise möglich wurde.“
Dabei stand es für ihn gar nicht von Anfang an fest, eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen. „Während meines Studiums der Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Göttingen und Saarbrücken war ich noch unentschieden, ob ich nach dem Examen als Ökonom in die Wirtschaft oder als Handelslehrer in die Schule gehen sollte. Beides habe ich letztendlich dann aber doch nicht gemacht“, erzählt er. Stattdessen blieb er an der Universität, sattelte während seiner Assistentenzeit an der Technischen Universität Darmstadt noch ein Studium der Erziehungswissenschaft, Soziologie und Psychologie drauf und startete eine wissenschaftliche Karriere.
In der akademischen Selbstverwaltung der FernUniversität übte Walter Georg verschiedene Funktionen aus. Von 1978 bis 1979 war er Dekan des damaligen Fachbereichs Erziehungswissenschaften (heute Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften), von 1980 bis 1981 Prorektor für Forschung und Wissenschaftlichen Nachwuchs. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Bildung und Erziehung.
Seine Emeritierung sieht er als „fließenden Übergang“. Der vergleichenden Berufsbildungsforschung wird er weiterhin treu bleiben und eng mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn zusammen arbeiten.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de