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Aktuelles - Mai 2008

Die eigenen Ideen und Werke schützen

Kolloquium der Wirtschaftsphilosophie zum geistigen Eigentum

Organisierten das Kolloquium (v.l.): Thomas Eimer, Prof. Dr. Barbara Völzmann-Stickelbrock und Prof. Dr. Kurt Röttgers Organisierten das Kolloquium (v.l.): Thomas Eimer, Prof. Dr. Barbara Völzmann-Stickelbrock und Prof. Dr. Kurt Röttgers
Wie schütze ich meine Ideen, künstlerischen Werke, wissenschaftlichen Aufsätze? Was ist schützenswert, wann begrenzen andere Interessen den Schutz geistigen Eigentums? Die technologischen, kulturellen, sozialen und ökonomischen Umwälzungen der Informationsgesellschaft haben den Begriff des Geistigen Eigentums in den Mittelpunkt öffentlicher Debatten gerückt. Auch die Wissenschaft arbeitet an der Klärung der durch diese Veränderungen aufgeworfenen Fragen und Problemfelder.


An der FernUniversität in Hagen beschäftigte sich das III. Hagener Kolloquium der Wirtschaftsphilosophie des Christian-Jakob-Kraus-Instituts der FernUniversität auf einer interdisziplinären Tagung mit verschiedenen Aspekten von geistigem Eigentum. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Philosophie, den Politik- und Rechtswissenschaften diskutierten zentrale Fragen und Probleme. Organisiert hatten die Tagung Prof. Dr. Kurt Röttgers, Prof. Dr. Barbara Völzmann-Stickelbrock von der FernUniversität sowie Thomas Eimer von der Freien Universität Berlin. Sie fand am 9. und 10. Mai im Arcadeon in Hagen statt.

In den Vorträgen ging es einerseits um juristische Grundlagen, wie z. B. die Verankerung des Schutzes von geistigem Eigentum im Grundgesetz und Grenzen dieses Schutzes (Prof. Dr. Bernd Grzeszick, Universität Erlangen-Nürnberg).

Thomas Eimer skizzierte den Umgang mit geistigem Eigentum in den Politikwissenschaften.

Die Problematik der Bestimmung geistiger Eigentumsgegenstände erläuterte Dr. Christian Schmidt von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Leipzig. Sie entsteht dadurch, dass beim geistigen Eigentum ein konkreter Bezug auf einen Gegenstand fehlt. So kann in einigen Fällen unklar sein, was genau als geistiges Eigentum gilt.

Prof. Dr. Elisabeth Weisser-Lohmann von der FernUniversität stellte den Eigentumsbegriff in der Philosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels vor. Hegel forderte bereits im 18. Jahrhundert den Schutz geistigen Eigentums.

Andererseits wurden konkrete Einzelbereiche untersucht, wie die Rolle des Strafrechts beim Schutze geistigen Eigentums (Dr. Kathrin Rentrop, FernUniversität) oder die Frage, warum die EU-Richtlinie zu Softwarepatenten verhindert werden konnte (Dr. Sebastian Haunss, Universität Konstanz). Annika Philipps von der Freien Universität Berlin verglich in ihrem Vortrag das deutsche mit dem amerikanischen Patentrecht.

Prof. Dr. Barbara Völzmann-Stickelbrock von der FernUniversität fragte nach der Zukunft geistigen Eigentums und seines Schutzes im Internet. Schon heute werden zunehmend mehr Musikdateien aus dem Internet herunter geladen, so dass die Verkaufszahlen von CDs zurück gehen.

Schließlich hielt Prof. Dr. Kurt Röttgers einen Vortrag zum Thema „Das Eigentum am Text“.

An der FernUniversität beschäftigen sich in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät vor allem das Lehrgebiet für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Gewerblichen Rechtsschutz, Urheberrecht und Zivilprozessrecht von Prof. Völzmann-Stickelbrock sowie die Wilhelm-Peter-Radt-Stiftungsprofessur für gewerblichen Rechtsschutz mit Fragen des geistigen Eigentums. Prof. Röttgers behandelt das Thema aus der Perspektive der praktischen Philosophie.

Das Christian-Jakob-Kraus-Institut wurde im Jahr 2000 von Prof. Röttgers gegründet. Es ist eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Fakultäten für Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität. 2004 und 2006 fanden bereits interdisziplinäre Kolloquien zu den Themen „Sozialkapital: Vertrauen“ und „Sinn von Arbeit“ statt. Auf dem Kolloquium „Sozialkapital: Vertrauen“ trafen sich Fachleute aus der Philosophie und Wirtschaftswissenschaft. Das Kolloquium zum Thema „Sinn von Arbeit“ war eine Zusammenarbeit zwischen Philosophen und Soziologen.

Gesche Quent | 15.05.2008
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