Ein besonderes „Geschenk“ erhielt Dr. Rutger Verbeek 1987: Nachdem er bereits an der FernUniversität in Hagen als Lehrgebietsvertreter tätig war, unterschrieb er damals zwischen Weihnachten und Neujahr den Vertrag als neuer Professor für das Lehrgebiet Algorithmen und Komplexität. Am 26. Mai wird er 60 Jahre alt
Dieser Bereich in der Theoretischen Informatik gilt als schwierig und ist für eher praktisch orientierte Studierende eine hohe Hürde. Verbeeks Studierende haben z. T. einschlägige Vorbildungen und Berufserfahrungen, etwa als Programmierer, und wollen nun die theoretischen Grundlagen für ihr Tun kennenlernen. Andere kommen aber auch aus ganz anderen Bereichen, sind (Mathe-)Lehrer oder gar Mediziner. Selbst Studierende, die sich „nur intellektuell auslasten“ wollen, findet man unter ihnen. So verschieden sie auch sind: Keiner hat bisher gegen eine Prüfungsnote protestiert, „egal wie sie lautete“, freut sich Verbeek.
„Das Feedback läuft hier über Telefon und Computer, weniger direkt als an Präsenzunis. Dort ist es aber in Massenfächern für Studierende schwieriger, mit Lehrenden zu sprechen“, sieht er Nachteile, die eigentlich Vorteile für die Studierenden sind. Dafür allerdings können Lehrende dort in den Gesichtern sehen, ob der Stoff verstanden wurde. Daher sind für Verbeek FernUni-Studientage mit ihrem persönlichen Zusammentreffen enorm wichtig. Auch können dabei viele Zusammenhänge besser dargestellt werden.
Geboren wurde er in Bad Honnef. Studiert hat er in Bonn, zunächst ab 1967 Mathematik und Physik (einschließlich Vordiplom): „Beide Fächer waren fast identisch.“ So entschied er sich 1969 für die gerade eingerichtete Informatik statt der Physik: „Der Reiz des Neuen…“ Die Bonner Universität war eine der ersten, die das Fach anboten. Bei der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) bekam Verbeek eine Hilfskraftstelle: „Ich befasste mich mit Computern und Informatik – unter den Studenten war ich schon einer der Pioniere.“ So gehörte er auch zur ersten Studentengeneration, die bei Übungen den Computer mit Lochkarteneingabe verwenden durfte. In seine Diplomarbeit ging es 1974 um ein Thema aus dem Grenzgebiet von Mathematik und Theoretischer Informatik. Der Promotion 1978 und der Habilitation 1984 in Bonn folgten mehrere Lehrgebietsvertretungen, darunter auch die in Hagen.
Noch nicht lange an der FernUniversität wurde er zum ersten Mal Dekan des neuen Fachbereichs Informatik: „Manches Problem konnte ich mit dem Mathe-Dekan Prof. Beekmann über unseren Gartenzaun hinweg besprechen“, schmunzelt Verbeek. War seine erste Amtszeit gekennzeichnet von der Trennung in zwei Fachbereiche, so waren die Vorbereitungen ihrer Wiedervereinigung zusammen mit der Elektrotechnik und Informationstechnik ein Schwerpunkt seiner zweiten (2001-2004). Die dritte Amtszeit ab April 2008 wird wohl im Zeichen der weiteren Konsolidierung der dabei gebildeten Fakultät Mathematik und Informatik stehen.
Verbeek, viele Jahre auch Senatsmitglied, ist politisch und kunsthistorisch interessiert, fotografiert gerne und hat eine große Sammlung von mechanischen Rechenmaschinen. Er ist seit fast 40 Jahren verheiratet und hat einen Sohn.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de