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Aktuelles - Juni 2008

Drei Wissenschaftler in einer Person

Jurist, Historiker und (Hobby-)Literat: FernUni-Professor Thomas Vormbaum wird 65

Rechtswissenschaft und Geschichte vereint Prof. Dr. Dr. Thomas Vormbaum als promovierter Jurist und Historiker nicht nur in seiner Person, sondern auch in seiner wissenschaftlichen Arbeit im Lehrgebiet Strafrecht, Strafprozessrecht und Juristische Zeitgeschichte der FernUniversität in Hagen. Sowohl in seiner wissenschaftlichen Arbeit wie auch in seinem Privatleben spielt die Literatur eine große und ernsthafte Rolle. Am 18. Juni feiert Prof. Thomas Vormbaum seinen 65. Geburtstag.

Im Hinblick auf die rechtswissenschaftliche Zeitgeschichtsforschung in seinem Lehrgebiet ist Literatur für Thomas Vormbaum „ein empfindlicher Seismograph in der Rechtsentwicklung, die spätere Entwicklungen künstlerisch reflektiert und formuliert.” So werden bekannte literarische Werke hinsichtlich der juristisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen die literarischen Figuren agieren, analysiert. Über zwanzig dieser Werke wurden – versehen mit entsprechenden Kommentaren aus juristischer und literaturwissenschaftlicher Sicht – in einer von ihm geleiteten Schriftenreihe neu herausgegeben.

Vormbaums Lehrgebiet gehört gleich zwei Instituten der Fakultät an: dem Institut für Juristische Zeitgeschichte und dem Institut für Juristische Weiterbildung. Das Erstgenannte wird vom Verein für Juristische Zeitgeschichte gefördert, dessen Vorsitzender Vormbaum ist. Und er hat von Hagen aus den internationalen Arbeitskreis Juristische Zeitgeschichte organisiert. Zudem führt Vormbaum die Geschäfte der Juristischen Gesellschaft Hagen e. V.

Eine besondere persönliche Herausforderung war für Vormbaum die private Übersetzung von Dante Alighieris „Commedia“. Ihre Vision der Reiche des Jenseits – Hölle, Läuterungsberg und Himmel – dürfte zu den folgenreichsten Werken der Weltliteratur gehören. Vormbaums lebendige Sprache bringt die mystische Schau des Jenseits den Leserinnen und Lesern eindrucksvoll nahe, Ergebnis einer dreijährigen Übersetzungsarbeit sind drei zweisprachig gestaltete Bände („Inferno“, „Purgatorio“ und „Paradiso“). In seiner Freizeit widmet sich der Familienvater gern dem Land Italien sowie der klassischen Musik.

An die FernUniversität berufen wurde Thomas Vormbaum 1994. 1996 bis 1997 war er Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, 1997 bis 1999 Prorektor für Weiterbildung. Sieben Jahre bis Ende März 2008 war er ununterbrochen Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. In seiner langen Amtszeit musste sie sich erheblichen Forderungen nach Veränderungen stellen. Zu diesen zählte etwa die konsequente Einführung der erfolgreichen innovativen Studiengänge „Bachelor of Laws“ und „Master of Laws“. Sie haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Hagener Fakultät zur mittlerweile zweitgrößten Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Deutschland wuchs.

Zu seinen weiteren Ämtern gehörte 2002 bis 2004 auch das des Sprechers des Kollegiums der Dekaninnen und Dekane der FernUniversität.

Nach dem Studium von Rechts-, Geschichts- und Politikwissenschaft in Münster und Würzburg legte Vormbaum 1969 sein Erstes Juristisches Staatsexamen beim Oberlandesgericht Hamm ab. Nach dem Referendariat folgte 1973 das Zweite Juristische Staatsexamen beim Landesjustizprüfungsamt Düsseldorf. 1975 promovierte er in Münster zunächst zum Doktor der Rechtswissenschaft, nach weiteren vier Jahren erwarb er auch noch einen geschichtswissenschaftlichen Doktortitel. Sechs Jahre später folgte die Habilitation.

Gerd Dapprich | 18.06.2008
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