„Nanotechnologie ist die Schlüsseltechnologie der Zukunft“, ist Dr. Qing Cao überzeugt. Seit dem 18. April verstärkt der Physiker und Experte für Nanooptik als Lehrbeauftragter das Team um Prof. Dr. Jürgen Jahns am Lehrgebiet Optische Nachrichtentechnik der Fakultät für Mathematik und Informatik der FernUniversität in Hagen.
Der Begriff „Nanotechnologie“ umfasst Forschungen und Analysen aus verschiedenen Fachdisziplinen. Allen gemein ist, dass sie Strukturen erstellen, untersuchen bzw. bearbeiten, die eine Größe zwischen einem und 100 Nanometern haben. Ein Nanometer (nm) entspricht einem Millionstel Millimeter. Mit dem Wissen darüber, in welcher Form sich die einzelnen Mikrobausteine eines Materials eigenständig organisieren, können sie kontrolliert anhand eines neuen Bauplans zusammengesetzt werden. Dadurch erhält das Material neue Eigenschaften, z. B. eine höhere Elastizität. Nanotechnologie findet in vielen Bereichen Anwendung. Textilindustrie, Energiewirtschaft oder Bauwesen sind nur einige Beispiele. Die Nanooptik als ein Bereich der Nanotechnologie untersucht Nanostrukturen mit Hilfe optischer Methoden und entwickelt analytische Modelle für deren Herstellung.
Dr. Qing Cao ist neuer Privatdozent am Lehrgebiet Optische Nachrichtentechnik der Fakultät für Mathematik und Informatik
In seiner Antrittsvorlesung „Diffraktive Nanofokussierung und Nanoabbildung“ stellte Dr. Qing Cao der interessierten Öffentlichkeit unter anderem seine gemeinsam mit Prof. Jahns entwickelte Simulationsmethode der verbesserten Fresnel-Zonenplatte vor. Mit Hilfe dieser Methode konnten Wissenschaftler aus den USA die bisher kleinste Lochblende mit einem Röntgenlaser erzeugen - lediglich 82 nm groß.
Cao und Jahns entwickelten außerdem ein analytisches Modell für Photonsiebe, aufgrund dessen zum Beispiel ein Photonsieb-Teleskop hergestellt werden konnte. Im Vergleich zu gängigen Teleskopen verfügt dieses über optimierte Fokussierungs- und Abbildungseigenschaften. Genutzt wurde Caos und Jahns analytisches Modell unter anderem von einem Wissenschaftler der Akademie der US-Luftwaffe.
Dr. Qing Cao wurde 1967 geboren. An der Zhejiang Universität in China studierte er Physik und promovierte am Anhui Institute of Optics and Fine Mechanics der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Von 1994 bis 2000 hat Cao am Shanghai Institute of Optics and Fine Mechanics der Chinesischen Akademie der Wissenschaften gearbeitet. Zunächst als Postdoctorand, später als Associate Professor. Ebenfalls als Postdoctorand war er am Institut d´Optique am Centre National de la Recherche Scientifique in Frankreich beschäftigt.
Seit September 2001 forscht er an der FernUniversität in Hagen am Lehrgebiet Optische Nachrichtentechnik. Im November 2007 habilitierte er sich mit der Schrift „Novel pinholes and related structures in microphotonics".
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de