Auf der letzten Etappe der Tour de Ruhr der Elektro- und Solarmobile ging es von Hagen-Berchum zur FernUniversität in Hagen
Bei strahlend blauem Himmel rollten rund 40 Elektromobile geräuschlos am vergangenen Sonntag auf den Roten Platz auf dem Campus der FernUniversität in Hagen. Die FernUniversität war die letzte Station der 17. Tour de Ruhr der Elektro- und Solarmobile. Sie führte von Freitag, 27. Juni, bis Sonntag, 29. Juni, durch Sauerland und Ruhrgebiet. Organisiert hatte die Tour die Initiative Solarmobil Ruhrgebiet e.V. (ISoR). Auf dem Roten Platz fand die Siegerehrung statt und die Fahrzeuge wurden mit Strom aus der Photovoltaikanlage der FernUni aufgetankt.
1992 rollten die Elektrofahrzeuge zum ersten Mal durchs Ruhrgebiet. Wolfgang Köhler ist von Anfang an bei der Tour dabei: „Insgesamt habe ich fünf Mal teilgenommen – auch mit dem ersten Solarmobil der FernUniversität “, erzählt der Mitarbeiter im Lehrgebiet Elektrische Energietechnik (EET) in der Fakultät für Mathematik und Informatik der FernUniversität. Er ist zudem Mitglied von ISoR und war maßgeblich an der Organisation mehrer Touren beteiligt. „Seit zehn Jahren begleite ich die Tour, indem ich die technische Auswertung der teilnehmenden Mobile vornehme. Auch Studierende der FernUni haben schon an verschiedenen Touren teilgenommen und insbesondere den Energieverbrauch der Fahrzeuge für ihre Diplomarbeiten ausgewertet. Das Lehrgebiet EET hat über die Veranstaltung in Vorträgen und Veröffentlichungen berichtet“, sagt Köhler. Für das Lehrgebiet ist vor allem der Aspekt der Systemtechnik interessant, also die Steuerung und Regelung der Elektromotoren mit modernen Wechselrichtern sowie die Speichertechnik für die unterschiedlichen Batterien.
Zusätzlich zur Tour de Ruhr hatte die EnergieAgentur NRW am Donnerstag, 26. Juni, ein Symposium in Dortmund mit den Schwerpunktthemen Elektro-Mobilität, Nachhaltige Produktion von Biokraftstoffen sowie Innovative Fahrzeugkonzepte organisiert. Parallel dazu fand eine Ausstellung von Elektro- und Hybridfahrzeugen statt. Letztere kombinieren den Elektro- mit einem Verbrennungsmotor.
Kleinwagen mit Elektromotor: Der Citroen AX von Margret Pfeifer
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat die Tour vor allem Spaß gemacht. Sie kamen aus ganz Nordrhein-Westfalen und sogar aus Bayern und Baden-Württemberg. Margret Pfeifer aus dem Kreis Paderborn ist schon zum vierten Mal dabei. Ihren Citroën AX fährt sie aus Überzeugung: „Ökologisch zu fahren ist ganz wichtig für mich.“ Das Elektrofahrzeug sieht aus wie ein ganz normaler Kleinwagen, im Kofferraum versteckt sich die Ladestation. Mit einer „Tankladung“ kann der Citroën eine Strecke von etwa 110 Kilometern zurück legen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 90 km/h. Auf 100 Kilometern verbraucht er etwa zehn Kilowattstunden (kWh) oder umgerechnet circa einen Liter Benzin.
Ralf Zimmermann kam zu seiner ersten Tour sogar aus München angereist – allerdings zuerst im Autozug bis Hildesheim. Anschließend fuhr er in seinem roten „Twike“ bis nach Olsberg im Sauerland. Dort startete am Freitag die erste Etappe. Ein „Twike“ hat sowohl einen Elektromotor als auch einen zusätzlichen Pedalantrieb, den man bei Bedarf nutzen kann. „Sozusagen ein zusätzlicher Fitnessfaktor“, lächelt Zimmermann, der Motorrad und Auto für das Elektromobil verkaufte. Er vermisst sie nicht. Das „Twike“ hat ungefähr so viel Stauraum wie ein Smart und bietet Platz für zwei Personen. Selbst auf Autobahnen ist es erlaubt. Je nach Ausstattung kostet es zwischen 18.000 und 30.000 Euro. Dank moderner Lithium-Ionen-Akkus, die mehr Energie speichern als herkömmliche Akkus, fährt ein „Twike“ 100 bis 200 Km weit bei einer Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h. Dabei verbraucht es etwa 5,5 kWh auf 100 Kilometern. Bei der Tour de Ruhr siegte Ralf Zimmermann in seiner Kategorie mit einem Verbrauch von 4,4 kWh/ 100 Kilometern. Mit einer Batterieladung hat er 160 Kilometer zurück gelegt.
Das "Twike" von Ralf Zimmermann (ganz rechts) fährt maximal 85 km/h schnell
Bei der Tour de Ruhr kam es darauf an, vorgegebene Strecken bei minimalem Energieverbrauch zu fahren. Berücksichtigt wurden neben der verbrauchten Gesamtenergie das Startgewicht, der Batteriespeicher und die gefahrenen Kilometer. Die erste Strecke führte über 130 Kilometer von Olsberg im Sauerland nach Dortmund. Am Samstag stand ein Geschicklichkeitsparcours in Dortmund auf dem Programm. Danach ging es in die Dortmunder Innenstadt, wo interessierte Besucherinnen und Besucher sich die Fahrzeuge ansehen konnten. Am Sonntag fuhr die Gruppe ins Solardorf Berchum bei Hagen und zum Schluss zur FernUniversität, wo die Siegerehrung stattfand. Jedes Fahrzeug wurde einzeln bewertet, indem der Stromverbrauch auf den einzelnen Teilstrecken gemessen wurde. Margret Pfeifer belegte in der Kategorie „Conversion Designs“ den zweiten Platz mit einem Verbrauch von etwa 11 kWh auf 100 Kilometern.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de