Viele aktuelle und ehemalige Kollegen – darunter auch Gründungsrektor Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto Peters – waren am 25. September in den Senatssaal der FernUniversität in Hagen gekommen, um Prof. Dr. Walter Georg von seinen dienstlichen Pflichten zu verabschieden. Der Leiter des Lehrgebiets Berufs- und Wirtschaftspädagogik in der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften ist mit der Vollendung seines 65. Lebensjahres emeritiert worden.
Prof. Dr. Walter Georg im Gespräch mit Prof. Dr. Ingrid Josephs
„Ich verabschiede mich heute von meinen dienstlichen Pflichten, nicht von der Universität“, betonte Prof. Georg ausdrücklich in seiner Dankesrede. Mit einem Augenzwinkern erinnerte er Prof. Dr. Ingrid Josephs, Dekanin der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften (KSW), daran, dass Emeriti zwar von der Pflicht befreit seien, zu lehren und zu forschen, aber weiterhin das Recht dazu hätten. Der Forschung wird er treu bleiben: Georg will sich in seinem „unruhigen Ruhestand“ weiterhin seinem Forschungsschwerpunkt der vergleichenden Berufsbildungsforschung widmen und mit dem Berufsbildungszentrum in Bonn zusammen arbeiten. „Ich hoffe, Sie werden dort hin und wieder auch ein gutes Wort für die FernUniversität einlegen“, meinte Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer in seinem Grußwort lächelnd dazu.
Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, Rektor der FernUniversität dankte Prof. Dr. Walter Georg für dessen großen Einsatz in der Lehre. „Für Ihre Studierenden sind Sie das Gesicht der FernUniversität gewesen."
Prof. Dr. em. Antonius Lipsmeier, ein ehemaliger Kollege Georgs an der FernUni, erinnerte daran, dass die Arbeit Walter Georgs stets von den Sozial- und Arbeitswissenschaften geprägt war
Doch auch die jetzt erwartete neue Freiheit und Freizeit „nehme ich gerne an“, sagte der Bildungsforscher in seinem launigen und kurzweiligen Vortrag. Er habe nun mehr Zeit zum Müßiggang – und Müßiggang sei bekanntlich aller Laster Anfang: „Das ist ja auch keine schlechte Perspektive.“
Rektor und Dekanin dankten dem dienstältesten Professor des Instituts für Bildungswissenschaft und Medienforschung für sein großes Engagement in der Selbstverwaltung der Hochschule. Georg kam 1977 aus Hamburg nach Hagen. Zwei Rufe an andere Universitäten lehnte er während seiner Zeit an der FernUniversität ab. Als Dekan des damaligen Fachbereichs Erziehungswissenschaften, als langjähriger Senator sowie als Prodekan für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs hat Georg die Entwicklung der Hochschule aktiv begleitet.
Der Rektor würdigte ihn als „engagierten Hochschullehrer und erfolgreichen Forscher, der den Namen der FernUniversität in der Scientific Community seines Fachgebiets bekannt gemacht hat“. Insbesondere dankte er Walter Georg für dessen großen Einsatz in der Lehre. „Für Ihre Studierenden sind Sie das Gesicht der FernUniversität gewesen.“ Ingrid Josephs unterstrich außerdem seine Aufgeschlossenheit gegenüber dem Einsatz Neuer Medien in der Lehre. War er anfangs noch kritisch, wurde er später selbst zum Nutzer der virtuellen Kommunikationsplattform „Moodle“, die in der Fakultät KSW zur Betreuung der Studierenden eingesetzt wird.
Prof. Dr. Horst Dichanz gab seinem Freund und ehemaligen Kollegen Prof. Dr. Walter Georg Tipps für die Zeit im Ruhestand
Prof. Dr. em. Antonius Lipsmeier, ein ehemaliger Kollege Georgs an der FernUni, erinnerte ihn daran, dass die Arbeit Walter Georgs stets von den Sozial- und Arbeitswissenschaften geprägt war und für ihn stets der Mensch im Mittelpunkt stand. „Er hat wesentlich dazu beigetragen, die Berufs- und Wirtschaftspädagogik in den Sozialwissenschaften zu etablieren. Dafür gebührt ihm Dank.“
Prof. Dr. Horst Dichanz, Emeritus der FernUniversität, bereitete seinen Freund und ehemaligen Kollegen schließlich mit einigen launigen Tipps auf die kommende Zeit im Ruhestand vor. Im Angebot war zum Beispiel, die eigene Biografie zu schreiben oder im Rahmen der „Organisation weltwärts“, dem Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, junge Menschen bei der Realisierung ihres Auslandsaufenthalts zu unterstützen. Als Fazit gab er ihm mit auf den Weg: „Es gibt viel zu tun. Am besten fängst du bald an.“
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