Rubriken

Aktuelles - Oktober 2008

„Gefährliche Liebschaften“

Lesung in der Universitätsbibliothek am 30. Oktober

In seinem Roman „Gefährliche Liebschaften“ („Les liaisons dangereuses“) beschreibt Choderlos de Laclos die kalte, von Machtstreben und Eitelkeit geprägte Welt des Adels. Im Mittelpunkt steht die Marquise de Merteuil, die ihre Intrigen geschickt zu spinnen weiß und rücksichtslos Andere dafür als Werkzeug benutzt. Kriszti Kiss und Peter Schütze stellen das Werk am Donnerstag, 30. Oktober, ab 19 Uhr in der Universitätsbibliothek der FernUniversität in Hagen (Ausstellungsraum, Universitätsstraße 23) vor.

Als er 1782 erschien, provozierte der Briefroman, als Schlüsselroman einer sittenlosen Adelsgesellschaft missverstanden, einen literarischen Skandal. In Frankreich stand „Gefährliche Liebschaften“ im 19. Jahrhundert lange Zeit auf dem Index der verbotenen Schriften. Ins Deutsche übersetzt wurde Choderlos de Laclos’ Hauptwerk bereits 1783, weitere Bearbeitungen folgten im 19. und 20. Jahrhundert – eine davon legte Heinrich Mann vor. Die subtile psychologische Analyse von Verstellung und Gefühl und die sprachliche Vielschichtigkeit verliehen dem Roman eine Vorbildfunktion für die kritisch-realistischen Gesellschaftsromane des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der Dramatiker Heiner Müller verwandte das Werk als Vorlage für sein Theaterstück „Quartett“. Stephen Frears (1988) und Milos Forman (1989) verfilmten den Roman und machten ihn dadurch wieder einem breiteren Publikum bekannt.

Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos wurde 1741 im französischen Amiens geboren. Laclos schlug die Offizierslaufbahn ein, doch seine Herkunft aus dem niederen Adel behinderte seine militärische Karriere. Erst zum Zeitpunkt des Staatsstreichs Napoleons 1799 trat Laclos wieder in die Armee ein. 1803 übernahm er ein Kommando in Italien. Noch im selben Jahr starb der Autor in Tarent an den Folgen der Malaria.

Die Lesung findet in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hagen statt.

proe | 08.10.2008
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de