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Aktuelles - Oktober 2008

Virtuelle Universität und Rathaus21

Prof. Dr. Gunter Schlageter feiert seinen 65. Geburtstag

Seinen 65. Geburtstag feiert am heutigen Montag (13. Oktober 2008) Dr. Gunter Schlageter. Der Informatik-Professor hat nicht nur an der FernUniversität die Virtuelle Universität mit begründet und ist zurzeit Prorektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und internationale Angelegenheiten. Er hat auch in Hagen die bürgerfreundliche Entwicklung der Verwaltung mit der Erfindung des E-Government Systems „Rathaus21“ mit geprägt.

Gunter Schlageter ist ein Querdenker. Vielfältig sind seine Interessen, ganz unterschiedlich die Themen – und alles lässt sich kombinieren. Vernetztes Denken prägt ihn als Wissenschaftler und als Menschen. Als Gunter Schlageter 1979 an die FernUniversität kam, hatte er auf Umwegen bereits zur Informatik gefunden. Nach dem Abschluss als Diplom-Ingenieur in Elektrotechnik an der Universität Karlsruhe 1969 folgten 1973 die Promotion zum Dr. rer. pol. und 1976 die Habilitation für Informatik. 1977 wurde Schlageter Professor an der Universität Dortmund. Von dort aus kam er 1979 an die FernUniversität nach Hagen und übernahm das Lehrgebiet Praktische Informatik I „Informationssysteme und Datenbanken“.

Aus der Idee, auch in der Lehre stärker mit dem Internet zu arbeiten, entstand hier Anfang der 90er Jahre ein Projekt, das zum ganz großen Schritt für die FernUni werden und ihre Entwicklung nachhaltig prägen sollte, der Lernraum Virtuelle Universität. Gemeinsam mit dem Lehrgebiet von Prof. Kaderali entwickelte seine „Riesentruppe“, das größte Lehrgebiet der FernUniversität, die Grundlagen für die Lehre über das Internet, für das spätere eLearning.

Die Erfahrungen aus diesem Projekt sind für einen Querdenker wie Schlageter natürlich übertragbar: Für die und mit der Stadt Hagen hat der Informatiker das E-Government System „Rathaus21“ entwickelt, um das Internet intern und extern für mehr Bürgernähe zu nutzen und Prozesse in der Verwaltung zu vereinfachen. Nachdem das virtuelle Rathaus in Hagen erprobt ist, folgen weitere Kommunen diesem Beispiel. Schlageter und sein Team wurden dafür im 6. Speyerer Qualitätswettbewerb in der Kategorie „Electronic Government“ ausgezeichnet und erhielten 2008 von der Stiftung für globale Informationstechnologie in Washington den internationalen Computerworld Honors Award. Das Folgeprojekt knüpft an die Dienstleistungsrichtlinien der Europäischen Union an und soll eine einzige elektronische Schnittstelle als „Ansprechpartner“ für alle Bürgeranliegen ermöglichen.

Daneben engagiert sich Schlageter auch international für sein Thema, die Datenbanken. So hatte er die große Ehre als Distinguished Speaker der Purdue University (USA) vorzutragen. Mehrere Jahre arbeitete er im VLDB-Endowment in Los Angeles (Very Large Databases) mit und vergab Fördermittel für große internationale Kongresse. Er hat zahlreiche umfangreiche Forschungsprojekte eingeworben und in industriellen Entwicklungs- und Forschungsprojekten mitgewirkt.

Als bekennender FernUni-Fan hat Schlageter Rufe zum Beispiel an die Universitäten Wien und Hamburg abgelehnt. Stattdessen engagierte er sich mehrmals als Prorektor für die Weiterentwicklung der FernUniversität, so auch momentan als Prorektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und internationale Angelegenheiten. Ihn fasziniert diese „spannende Zeit der großen Umgestaltungen in der deutschen Hochschullandschaft“, die die Arbeit im Rektorat an völlig neuen Themen auch sehr aufwändig mache. Schlageter hatte überdies als Prorektor auch die Aufgabe übernommen, als kommissarischer Leiter des neu gegründeten Zentrums für Medien und IT die Zusammenführung von Rechenzentrum und Zentrum für Fernstudienentwicklung mit zwei sehr verschiedenen Kulturen zu leiten.

Prof. Schlageter wird auch über seinen Geburtstag hinaus an der FernUniversität wirken, neben seiner wissenschaftlichen Arbeit im internationalen Rahmen „ein bisschen was gutes tun“ und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in afrikanischen Staaten mit internationalen Kontakten den Weg in Scientific Community erleichtern. Und natürlich in der Lehre aktiv sein, den Kontakt zu Studierenden pflegen, denn die Arbeit mit jungen Leuten „hält auch mich jung.“

Susanne Bossemeyer | 13.10.2008
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