Seminar in der HÜF
Ein „doppelter“ Feiertag war der 3. Oktober in diesem Jahr für die HÜF (Hochschulübergreifende Fortbildung Nordrhein-Westfalen). 15 Jahre alt wurde sie am Tag der deutschen Einheit. Grund genug für eine Bilanz. Wie sahen die Anfänge der HÜF aus und wie hat sie sich bis heute entwickelt?
„Mitarbeitende aus Verwaltung und Betriebstechnik der NRW-Hochschulen in ihrer beruflichen Qualifikation durch Fort- und Weiterbildungsseminare unterstützen.“ Mit dieser Aufgabe wurde die HÜF 1993 im Auftrag des damaligen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung als Gemeinschaftseinrichtung für die kooperierenden Hochschulen gegründet.
Weiterbildung mit modernster Technik, natürlich auch für die Kommunikation„Als ´Geburtshelfer´ entwickelte eine vom Ministerium eingerichtete Arbeitsgruppe das erste Programm der HÜF“, erinnert sich Erich Pröpper. Nachdem das Wissenschaftsministerium Ralf Bartz, damaliger Kanzler der FernUniversität in Hagen, im Oktober 1993 mit ihrer Organisation und Koordination beauftragte, ist Pröpper Leiter der HÜF. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitenden hat er maßgeblich zur Vernetzung der einzelnen Kooperationspartner beigetragen. Heute ist die HÜF als Stabsstelle bei der Kanzlerin der FernUniversität angesiedelt.
„Wir richten unser Fortbildungsangebot seit jeher an den Bedürfnissen und Arbeitsplatzanforderungen der Teilnehmenden und den Veränderungsprozessen in Hochschulen aus“, nennt Regina Zdebel, Kanzlerin der FernUniversität, einen wesentlichen Grund dafür, warum sich die HÜF über 15 Jahre als feste Größe im Fort- und Weiterbildungsbereich etablieren konnte. Aktuell habe sie beispielsweise in Kooperation mit dem „Verbundstudium der Fachhochschulen NRW“ eine Blended-Learning-Qualifizierung zur „Einführung des kaufmännischen Rechnungswesens an Hochschulen“ entwickelt. Steuersachbearbeitung, Facilitymanagement, Organisations- Personalentwicklung und Informationstechnologie sind nur einige von vielen weiteren Schwerpunktthemen. „Das Hochschulfreiheitsgesetz hat Anfang 2007 viele neue Arbeitsfelder und damit Fortbildungsbedarf geschaffen.
HÜF-Leiter Erich Pröpper mit Mitarbeiterin Kerstin HerzogArbeitsplatzorientiert und vor allem flexibel sind auch die Lehr- und Lernmethoden. „Bereits in unserem ersten Fortbildungsprogramm 1993 gab es als Alternative zu Präsenzseminaren Selbstlernkurse“, so Pröpper. „Allerdings verflog die erste Euphorie darüber schnell, weil der Großteil der Seminarteilnehmenden nicht vollständig auf Präsenzphasen verzichten wollte.“ Die Fortbildungsbeauftragten der Kooperationshochschulen sprachen sich daraufhin dafür aus, ein Multimedia-Lernsystem zu entwickeln. Als Vorreiter auf diesem Feld musste die HÜF viele Kritiker von einem innovativen Konzept überzeugen. „Der Weg war das Ziel und wir haben das Ziel erreicht“, fasst Pröpper zusammen.
Seit vielen Jahren vermitteln fachlich und didaktisch ausgebildete Trainerinnen und Trainer Fortbildungsinhalte in Präsenzseminaren mit praktischen Übungen, in virtuellen Kursen, über webbasierte Selbstlernangebote oder im Medien-Mix. Im mit modernster Technik ausgestatteten HÜF-Trainingszentrum kann Erlerntes anschließend vertief und gezielt angewendet werden.
Mit ihren Veranstaltungen trägt die HÜF maßgeblich zum Erfahrungsaustausch zwischen den Hochschulen bei. Und auch nach den Seminaren bleiben die Teilnehmenden über das Online-Bildungsforum der HÜF in Kontakt.
Aus welcher Motivation entstand diese Bildungsplattform? Als ein Resultat der Funktionalreform in Nordrhein-Westfalen, wurden die Hochschulen Mitte der 90er Jahre zunehmend autonomer. Funktionalität, Effizienz und Evaluation bekamen einen immer größeren Stellenwert innerhalb der Hochschulverwaltungen. Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, benötigten die Mitarbeitenden neuartiges Wissen, das in Sammlungen von Gesetzen und Verordnungen nicht zu finden war.
„Wir schufen deshalb eine internetbasierte Wissens- und Kommunikationsumgebung. Diese Plattform stellt die Ergebnisse aktueller Fortbildungsangebote langfristig zur Verfügung.“ Interessierte können sich hier informieren und gleichzeitig untereinander und mit den Dozenten und Dozentinnen austauschen.
Dass die HÜF ein echtes Erfolgskonzept ist, zeigt das über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus wachsende Interesse der Hochschulmitarbeitenden. „Wir öffnen Teile unseres Angebots jetzt bundesweit für unsere Zielgruppe.“
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de