Ein Leben ohne Mathematik sei für ihn nicht vorstellbar, sagt Prof. Dr. Andrei Duma von der FernUniversität in Hagen. Einen komplizierten Beweis muss der gebürtige Rumäne dafür nicht führen, ein Blick auf seinen akademischen Werdegang genügt. Mathematik- und Physikstudium in Bukarest, Promotion in München beim renommierten Prof. Dr. Dr. h. c. Karl Stein, seit 1981 Leiter des Lehrgebiets Komplexe Analysis an der FernUniversität. Am 02. Februar wird Prof. Duma 65 Jahre alt.
Prof. Dr. Andrei Duma
Komplexe Zahlen und komplexwertige Funktionen wecken sein Interesse. Die komplexe Analysis hat Schnittstellen zur Physik und Elektrotechnik sowie weitere Anwendungen, etwa in der Thermodynamik und in der Strömungsmechanik. Darüber hinaus forscht Prof. Duma über geometrische Wahrscheinlichkeiten. 82 Publikationen hat der Wissenschaftler verfasst, Fachvorträge im In- und Ausland gehalten, mehrere Forschungsaufenthalte als Gastprofessor in Italien wahrgenommen. Seit 1986 ist er Mitglied der Akademie von Messina.
Sein Wissen für die Lehre an der FernUniversität zusammengefasst hat Duma in insgesamt sieben Kursen zu Themen wie Funktionentheorie, Strömungsmechanik, Differentialgleichungen, Riemannsche Flächen oder Mathematik für Ingenieure.
Als „wesentlich“ bezeichnet der Mathematiker die Ausbildung der Studierenden – und das sowohl in der Präsenz – als auch in der Fernlehre. Andrei Duma kennt beide Formen. Nach seiner Habilitation 1975 war er Professor in Regensburg und Bochum, 1981 bewarb er sich erfolgreich auf die frei gewordene Professur für Komplexe Analysis in Hagen. Die Fernlehre, d.h. die Ausbildung meist berufstätiger Menschen, reizte ihn: „Die Erwachsenenbildung umfasst andere Komponenten als die Ausbildung junger Menschen. Das interessierte mich.“ Für den erfolgreichen Abschluss seiner Studierenden setzt er sich ein: Zahlreiche Diplomarbeiten und Dissertationen hat er betreut, noch mindestens zehn Diplomarbeiten sollen hinzukommen. Nach seinem 65. Geburtstag setzt Prof. Duma seine Forschungs- und Lehrtätigkeit noch ein weiteres Jahr fort.
In der Selbstverwaltung der Hochschule engagierte er sich im Fakultätsrat, als langjähriges Mitglied im Senat sowie zwei Mal als Dekan des damaligen Fachbereichs Mathematik. Als Mitglied der Kommission für Mathematik der Kultusministerkonferenz arbeitete er zudem an der Neufassung des Curriculums für den Studiengang Mathematik mit.
Geboren 1944 in Siebenbürgen/ Rumänien, schloss Andrei Duma 1966 sein Studium in Bukarest ab und arbeitete dort anschließend am Mathematischen Forschungsinstitut der Akademie der Wissenschaften. 1969 ging er mit einem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung zu Prof. Stein nach München. Auf die Promotion 1972 folgte drei Jahre später die Habilitation über Riemannsche Flächen. Prof. Duma ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Neben der Mathematik begeistern ihn die klassische Musik, Reisen und Schach.
Hörten dem Vortrag über Leben und Werk des Jubilars zu (1. Reihe v.l.): Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, Prof. Dr. Otto Forster, Dekan Prof. Dr. Rutger Verbeek und Prof. Dr. Andrei DumaZum Geburtstag ein mathematisches Kolloquium
Seine Kolleginnen und Kollegen hatten anlässlich seines Geburtstages ein mathematisches Kolloquium am 12. Februar organisiert. In der "Galerie Oben" in der Fleyer Straße begrüßte Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer die zahlreichen Gäste und Wegbegleiter Dumas. "Mit ihrem flexiblen Beratungs- und Betreuungssystem haben Sie wesentlich dazu beigetragen, dass viele unserer Studierenden ihr Studium trotz Doppelbelastung durch Beruf und Familie am Ende erfolgreich abschließen konnten", bedankte sich Prof. Hoyer bei dem Mathematik-Professor für sein großes Engagement. Duma hat stets ein persönliches Verhältnis zu seinen Studierenden aufgebaut und sie bei größeren Problemen auch schon einmal bei sich zu Hause im Wohnzimmer beraten.
Prof. Dr. Klaus-Werner Wiegmann von der Universität Duisburg-Essen gab anschließend einen Rückblick auf Leben und Werk Dumas. Den wissenschaftlichen Vortrag hielt Prof. Dr. Otto Forster über den "Drei-Quadrate-Satz von Gauß". Der Mathematiker von der Ludwig-Maximilians-Universität München kennt Andrei Duma schon seit dessen Zeit bei Prof. Stein.
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