Jeden Morgen verlässt Giovanni Percolla seine drei unverheirateten Schwestern und geht zur Arbeit. Das sagt er ihnen jedenfalls. In Wahrheit beschränkt sich der wohlhabende Junggeselle lieber darauf, seinem Onkel und seinen Vettern bei der Arbeit zuzuschauen. Seine Gedanken kreisen dagegen um die Frauen, in Sachen Liebesabenteuer bleibt es allerdings bei Beobachtungen und Gedankenspielen. Das ändert sich, als Giovanni Ninetta kennenlernt, die Tochter eines toskanischen Adeligen. Die beiden heiraten, ziehen von Sizilien nach Mailand und aus dem Müßiggänger Giovanni wird dank Ninettas „Umerziehungsprogramm“ ein dynamischer Geschäftsmann – jedenfalls bis zu einer Reise ins heimische Catania.
Die ganze Geschichte erzählen am 4. März Stefan Keim und Peter Schütze bei ihrer Lesung aus dem Roman „Don Giovanni in Sizilien“ von Vitaliano Brancati. Sie beginnt um 19 Uhr im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek der FernUniversität in Hagen, Universitätsstraße 23, 58097 Hagen. Organisiert hat die Veranstaltung die Bibliothek in Kooperation mit dem Freundeskreis Italien.
Im damaligen Faschismus sorgte der 1941 erschienene Roman für Unruhe, da mit Giovanni Percolla ein entscheidungsschwacher und schüchterner Anti-Held beschrieben wurde, der mit der literarischen Gestalt des Don Juan nur noch den Namen teilt. Diese Darstellung widersprach dem vom Faschismus propagierten martialischen Männlichkeitsideal. Eine Theaterfassung des Romans wurde entsprechend verboten. Brancati, der bereits seit den 1930er Jahren Schwierigkeiten mit der Zensur hatte, bekam schließlich sogar Schreibverbot.
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