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Februar

Winterkinder – die schweigende Generation

Filmvorführung und Diskussion beim Lüdenscheider Gespräch am 18. Februar

Was verändert sich in einer Familie, wenn man sich mit der Vergangenheit auseinander setzt? Der Regisseur Jens Schanze erforscht in „Winterkinder – die schweigende Generation“ das Familiengedächtnis seiner Eltern und Geschwister anhand der Person des Großvaters, der 1954 verstarb. Seine Verstrickungen in den Nationalsozialismus wurden innerhalb der Familie jahrelang verdrängt und verheimlicht. Doch die Entscheidung der Mutter, die kritische Beschäftigung mit der Person ihres Vaters zuzulassen, bringt unverhofft Bewegung in scheinbar festgefahrene Familienstrukturen. Im nun beginnenden Prozess durchleben alle Beteiligten eine aufwühlende und höchst emotionale Reise, auf der sie der Film begleitet.

Die Veranstaltung im Rahmen der Lüdenscheider Gespräche findet am Mittwoch, 18. Februar, ab 17 Uhr im Haus der FernUniversität, Institut für Geschichte und Biographie, Liebigstr. 11, 58511 Lüdenscheid, statt. Moderiert wird sie von Dr. Almut Leh. Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Der Film „Winterkinder – die schweigende Generation“ erzählt ein Stück deutscher Gegenwart, indem er die Suche des Regisseurs, seiner Eltern und seiner vier Schwestern nach dem wahren Bild des Großvaters verfolgt und die dabei entstehende Auseinandersetzung zwischen der Kinder- und der Enkelgeneration dokumentiert. Mit großer Intensität geht der Film der Frage nach, was die Verstrickung des Großvaters in den Nationalsozialismus und das familiäre Schweigen darüber mit dem Lebensgefühl der Kinder- und Enkelgeneration zu tun haben.

Der Film wurde ausgezeichnet mit dem Grand Prix du Jury beim Festival du Film Belfort und der Special Jury Mention beim Festival International de Films, Montréal.

Gerd Dapprich | 11.02.2009
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