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Februar

Ein Gesicht für „Persil“

Ausstellung über Hagener Künstler in der Universitätsbibliothek eröffnet

Das schlechte Wetter konnte die zahlreichen Besucherinnen und Besucher nicht abhalten: Bei der Eröffnung der Ausstellung „Konsequent modern – Ernst Erbe 1894-1967 – Gebrauchsgraphik“ am 10. Februar im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek der FernUniversität in Hagen nutzten sie die Gelegenheit, den Hagener Künstler und sein Werk kennen zu lernen.

„Ernst Erbe hat vor allem in den 1920er und 1930er Jahren das Erscheinungsbild von Marken wie Persil, Ata oder Pril mit seinen Werbeplakaten und Verpackungsentwürfen geprägt“, erinnerte Georg Schirmers von der Universitätsbibliothek in seiner Begrüßung. Die Ausstellung ist die erste mit Einzelbildern Erbes. „Wir wollten ein besonderes Jahr für die Ausstellung und haben es mit dem Jahr seines 115. Geburtstages gefunden“, so Ute Kugel-Erbe, die Tochter des Graphikers.

Claus-Uwe Derichs, Rechtsanwalt und Kulturdezernent a.D., führte in Leben und Werk Ernst Erbes ein. Nach einer Lehre als Holzschnitzer geht Erbe 1919 zum Studium an die Kunstakademie München. Fünf Jahre später gründet er den „Hagenring“, eine noch heute aktive Künstlervereinigung. 1925 entsteht der erste Katalog, Erbe entwirft zudem das erste Logo des Hagenrings. Bis zum Zweiten Weltkrieg arbeitet der Graphiker für viele Unternehmen, entwirft Werbeplakate für einzelne Produkte oder sogar das gesamte äußere Erscheinungsbild der Firma. Sein Stil ist klar von der Moderne geprägt, d.h. auf geometrische Grundformen reduziert.

Plakat von Erbe für die Firma Thonet. Moderner Stil: Reduzierung auf geometrische Grundformen

Nach 1945 gestaltet Ernst Erbe vor allem für die Firma Henkel den Markenauftritt der wieder verfügbaren Produkte wie Ata, Pril, Persil oder Perwoll. Auch das große „U“ auf dem Gebäude der Dortmunder Unions-Brauerei stammt von dem Hagener Künstler. Bezahlt wurde er dafür mit 2 Kisten Bier. Ab 1960 widmete sich Erbe verstärkt dem Holzschnitt.

Ein Großteil der gezeigten Werke – darunter Werbeplakate, Holzschnitte und Produktverpackungen – wurde von Ute Kugel-Erbe und ihrem Ehemann zur Verfügung gestellt. Weitere Einzelstücke von Jens Bergmann und Boris Brün von der Hagener Firma Pelzwolf. Konzipiert hat die Ausstellung Petra Holtmann, Kunsthistorikerin im Hagener ardenkuverlag.

Die Ausstellung ist noch bis zum 23. März geöffnet.

Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 9 Uhr bis 19 Uhr, freitags von 9 Uhr bis 16 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr

Gesche Quent | 12.02.2009
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