Die Zusammenarbeit der Fakultäten Mathematik und Informatik und Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität in Hagen mit der King Monkhut's University of Technology North Bangkok (KMUTNB) wird auf die Forschung ausgeweitet. Auf der Grundlage der bisherigen kooperativen Lehre und Qualifizierung von wissenschaftlichem Nachwuchs soll nun auch gemeinsam mit DAAD-Förderung geforscht werden: Der Deutsche Akademische Austauschdienst hat Finanzmittel für ein gemeinsam beantragtes Projekt zur „Verkehrsplanung in Netzen“ bewilligt. Er fördert für zunächst zwei Jahre den Aufenthalt von thailändischen Gästen.
2008 war ein reger Austausch von Studentinnen und Studenten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit der Hagener Fakultät für Mathematik und Informatik ins Leben gerufen worden. Seither kommen jährlich vier KMUTNB-Dozentinnen und Dozenten als Praktikantinnen und Praktikanten nach Hagen. Die erste Bangkoker Dozentin, die an der FernUniversität weiter qualifiziert wird, befasst sich hier seit dem letzten Juli mit der Verkehrsoptimierung in Netzen durch Kombinationen naturinspirierter Algorithmen. Ein fünfter Dozent wird nach Abschluss seiner Literaturrecherche kommen, um sich im Lehrgebiet Informationstechnik von Prof. Dr. Dr. Wolfgang A. Halang mit der Vorhersage und Diagnose von Fehlern in elektrischen Maschinen zu befassen.
Den zukünftigen Mitarbeiter konnten FernUni-Professorinnen und -Professoren bereits am Rande der Feierlichkeiten zum fünfzigjährigen Bestehens der Bangkoker Universität kennenlernen, an denen sie auf Einladung der Vizepräsidentin der KMUTNB für internationale Angelegenheiten, Prof. Sikan Kulchonchan, am 19. Februar teilnahmen. Der Delegation unter Leitung der Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Sabine Fließ, und des Dekans der Fakultät für Mathematik und Informatik, Prof. Dr. Rutger Verbeek, gehörten die Koordinatoren der Zusammenarbeit auf deutscher Seite, Prof. Dr. Ulrike Baumöl (Wirtschaftswissenschaft) und Prof. Dr.-Ing. habil. Herwig Unger (Mathematik und Informatik) sowie Prof. Dr. Dr. Wolfgang Halang (Mathematik und Informatik) und Prof. Dr. Wilhelm Rödder (Wirtschaftswissenschaft) an.
Die Einladung erfolgte als Anerkennung der schnell zustande gekommenen produktiven Zusammenarbeit wie auch zum gegenseitigen Kennenlernen: „Wir haben interessante und fruchtbare Gespräche geführt“, betont Prof. Unger, „wissenschaftliche Interessen besprochen und auf dieser Grundlage persönliche Kontakte geknüpft.“ Der Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationsnetze hielt an der KMUTNB bereits mehrfach kompakte Lehrveranstaltungen über verteilte Systeme ab und betreut dort einige Magisterarbeiten.
Ein wichtiger Beweggrund der thailändischen Seite – die enge Kontakte zur thailändischen Telecom pflegt – ist das hohe Renommee des deutschen Promotionsverfahrens. Reicht dort oft ein Magistergrad für einen Assistant oder Associate Professor bzw. eine Professorin wird dann für die Leitung eines Lehrgebiets eine Promotion – vorzugsweise in einem führenden Industrieland – gewünscht. Die Bangkoker Universität legt bei der Weiterqualifizierung ihres Lehrpersonals Wert auf kurze Promotionszeiten und die Heranbildung eigenständiger Forscherpersönlichkeiten. Dabei steht fokussiertes Arbeiten an ihren Dissertationen im Vordergrund. Herwig Unger: „Deshalb besteht dort großes Interesse an unserer ‚unverschulten’ Promotion, weil sie optimal auf eigenständiges Forschen vorbereitet.“ Die große Nachfrage stellte er auch bei seinen Forschungsseminaren in der IT-Fakultät in Bangkok fest, zu denen sogar Studierende anderer Fachbereiche kamen.
Aus diesem Grund führten die beiden Hagener Fakultäten gemeinsam mit der Bangkoker Universität 2008 auch eine Sommeruniversität durch, die 20 angehende Doktorinnen und Doktoren aus Fern und Nah drei Wochen lang an der FernUniversität zusammen brachte.
Die Zeremonie zum Jubiläum der KMUTNB begann mit einer von 51 Mönchen zelebrierten buddhistischen Gebetsstunde, an die sich später Kranzniederlegungen anschlossen. Es folgten verschiedene Einweihungen sowie Ehrungen der besten Studenten, Dozenten und Mitarbeiter. Nach der buddhistischen Zeremonie übergab die Hagener Delegation Lebensmittel an Mönche.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de