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April

Wichtiger Rohstoff: Kluge Köpfe

FernUni-Veranstaltungsreihe „Wissen schafft Praxis“ gestartet

Die FernUniversität in Hagen agiert weltweit. Gleichzeitig aber ist es ihr wichtig, dass die Wirtschaft vor Ort von aktuellen Forschungsergebnissen profitiert. Mit dem Thema „Aktuelle Entwicklungen im Personalcontrolling“ startete gestern ihre neue Vortrags- und Diskussionsreihe „Wissen schafft Praxis“. Initiator und Veranstalter der Reihe ist Prof. Dr. Jörn Littkemann, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Unternehmensrechnung und Controlling. Kooperationspartner der Auftaktveranstaltung war Dr. Hans Adolf Burbach von der Hagener Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Burbach Cramer + Partner KG. Littkemann und Burbach begrüßten neben den drei Referenten des Abends über 50 Interessierte, darunter etliche Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region.

Metalle, Öl oder Gas – während viele Länder über diese Rohstoffe verfügen und ihre Wirtschaftskraft aus deren Verkauf mehr oder weniger stabil halten können, muss die Bundesrepublik Deutschland über ihre „Köpfe“ glänzen. Fachpersonal aber wird aufgrund der demografischen Entwicklung – die Zahl der erwerbstätigen und hochqualifizierten Personen sinkt in Deutschland kontinuierlich – immer knapper. Das bekommen auch die Unternehmen, Institutionen und Verbände in Hagen zu spüren.


„Mit Personalcontrolling Mitarbeiterbindung zielorientiert und systematisch gestalten“ lautete das Thema von Dr. Christoph Brast, Akademischer Rat am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Organisation, Personal und Innovation an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Partner der Unternehmensberatung bsls.partner GmbH in Münster. Brast schlug zum Beispiel vor, Instrumente der Kundenbindung – beispielsweise die Stärkung des Vertrauens in das Unternehmen – auch in der Mitarbeiterbindung einzusetzen. Zu unterscheiden sei, ob die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich an ihren Arbeitgeber gebunden oder sich mit ihm verbunden fühlen. Ein Indiz für Gebundenheit: „So viel Geld wie hier verdiene ich in keiner anderen Firma“. Verbundenheit hingegen könnte aus einem angenehmen Betriebsklima resultieren. In welcher Art und Weise sich das Personal seinem Unternehmen zugehörig fühlt oder nicht, ließe sich über Mitarbeiterbefragungen klären.


Die Rolle und das Verhalten vieler Manager in der aktuellen Weltwirtschaftskrise werden oft als „gierig“ und „gewissenlos“ beschrieben. „Lassen sich die wissenschaftlichen Grundsätze des Personalcontrollings eigentlich auch auf die Manager selbst anwenden?“ fragte Dr. Hans Adolf Burbach unter anderem. Eine Unternehmensführung handelt dann effektiv und effizient, wenn festgelegte Unternehmensziele strategisch verfolgt und mit möglichst geringem Mitteleinsatz erreicht werden. Möglich werden könnte das zum Beispiel durch eine Einheit von Herrschaft und Haftung. „Das Eigenkapital eines Unternehmens ist dessen maximales Verlustverrechnungskapital, sozusagen ein ´Risikopuffer´. Ein Manager, der mehr als dieses maximale Verlustverrechnungskapital investiert und verliert, könnte beispielsweise persönlich für diesen Verlust haftbar gemacht werden.“

Welche Auswirkungen hat eigentlich der Gesundheitsfond für Unternehmen und ihre Mitarbeitenden? Ist er „ein Segen oder ein Fluch“? Michael Nabbefeld, Krankenkassenfachwirt und Experte im Gesundheitswesen, stellte sowohl die Vor- wie auch die Nachteile vor. Unternehmen können durchaus vom Fond profitieren. Legt er doch fest, dass pro Mitarbeiter für die betriebliche Gesundheitsförderung – zum Beispiel Suchtentwöhnungskurse oder Muskel- und Entspannungstraining – 500 Euro im Jahr steuerbefreit sind. Zu Beitragserhöhungen führe der Fond nicht zwangsläufig, „er schafft aber für die Krankenkassen die Möglichkeit, zu fusionieren“. Die Zahl der Kassen werde also voraussichtlich sinken. Nabbefeld: „Politik, Kassen und Versicherte wollen aber keine Einheitsversicherung, sondern den Wettbewerb vieler verschiedener Kassen erhalten.“

Manuela Feldkamp | 30.04.2009
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