Noch nicht wirklich das Ende seiner Lehrtätigkeit an der FernUniversität war für Prof. Wieland Jäger (Mitte) die Verabschiedung durch Rektor Prof. Helmut Hoyer und die Dekanin der Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Ingrid Josephs
So lange ist er noch besonders in die auslaufenden Magisterstudiengänge eingebunden: „Mit den hoch motivierten Studierenden habe ich wunderbar gearbeitet.“ Viele positive Erfahrungen machte er auch bei Präsenzveranstaltungen. Einige seiner Studentinnen und Studenten sind inzwischen promoviert, zwei auf dem Karrieresprung zu einer Professur. In der Hagener Partnerstadt Smolensk engagiert sich Jäger in der Ausbildung deutschsprachiger Studentinnen und Studenten der dortigen Universität. Zusammen mit weiteren Kolleginnen und Kollegen unterrichtet er sie an ihrer Heimatuniversität und unterstützt sie dabei, sich in Hagen auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Fast 30 junge Russinnen und Russen haben inzwischen Bachelorabschlüsse im Rahmen des Magisterstudienprogramms erworben, einige arbeiten selbst als Mentorinnen und Mentoren an der Smolensker Universität.
Interessanterweise unterscheiden sich die Studierenden von Wieland Jäger in einigen Punkten von Studierenden anderer Fakultäten und Bereiche: „Die Studentinnen und Studenten in meinem Arbeitsbereich sind zu 95 Prozent erwerbstätig.“ Damit liegt diese Zahl noch um einiges höher als der Durchschnitt der Gesamt-Universität (80 Prozent verbinden Beruf und Studium). Viele Studierende von Wieland Jäger kommen aus einem anderen fachlichen Bereich, haben bereits einen Abschluss in den Disziplinen Betriebswirtschaftlehre, Politik oder Philosophie: „Sie wollen zusätzliche Kompetenzen für neue Aufgaben.“ Und dafür, so Jäger, wählen sie mit der Soziologie ein aus seiner Sicht höchst realitätsbezogenes und anwendungsorientiertes Fach: „In unserer hoch vernetzten Welt erfahren sie in vielen Alltagsbezügen, was Gegenstand der Soziologie ist.“
Nach dem Diplom-Abschluss des Soziologie-Studiums in Münster 1972 promovierte Jäger 1976 auch an dieser Universität. Lehr- und Forschungstätigkeiten führten ihn an die Universitäten Kiel, Dortmund, Münster und Kassel. An der Bergischen Universität Wuppertal habilitierte er sich 1983. Seit 1985 ist Jäger Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt „Arbeit und Gesellschaft“ an der FernUniversität in Hagen. Hier war er bereits zu Anfang der 1980er Jahre im Rahmen des interdisziplinären Projekts „Arbeitswissenschaften“ tätig. Seit 2000 ist Jäger auch Professor für Soziologie an der Staatlichen Universität Smolensk. Sein Lehr- und Forschungsinteresse richtet sich vornehmlich auf Fragen der aktuellen Entwicklung von Arbeit und Organisation sowie auf Probleme des umfassenden Strukturwandels in der (post)modernen Gesellschaft.
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