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Juni

Spannende Gespräche mit FernUni-Studierenden und beste Kontakte nach Estland

65. Geburtstag am 20. Juni: Prof. Dr. Johann Boos machte die Arbeit stets große Freude

Zwei Jahre Bundeswehr plus sieben Jahre Universität Tübingen plus 31 Jahre FernUniversität in Hagen gleich 40 Jahre Arbeit im öffentlichen Dienst: Auf diese kurze Gleichung ließe sich der Werdegang von Prof. Dr. Johann Boos bringen. Doch das tatsächliche (berufliche) Leben des Mathematik-Professors – der Ende Juli nach seinem 65. Geburtstag am 20. Juni 2009 in den Ruhstand wechseln wird – lässt sich nicht so einfach in einige wenige Zahlen pressen.

Prof. Johann Boos

Seit 2003 ist er als Nachfolger von Prof. Dr. Wolfgang Beekmann Leiter des Lehrgebiets Analysis. Ihm folgte er 1978 nach Hagen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Topologischen Folgenräume, einem Spezialgebiet der Funktionalanalysis, und der Limitierungstheorie. Mit zahlreichen Publikationen mit vorwiegend ausländischen Koautoren und seiner bei Oxford University Press verlegten Monographie „Classical and Modern Methods in Summability“ ist sein hervorragender Ruf in der Fachwelt zu erklären.

Seine Hauptaufgabe sah er in der Lehre, wobei ihm neben dem Erstellen und Betreuen von Kursen, dem Abhalten von Präsenzveranstaltungen sowie der intensiven Betreuung von Abschlussarbeiten besonders der Kontakt zu den Studierenden wichtig war. Nicht zuletzt die Studentinnen und Studenten der FernUniversität und seine Doktoranden haben erheblich dazu beigetragen, dass Prof. Boos – der sich auch im Senat und in Senatskommissionen sowie in Fachbereichs- und Berufungskommissionen engagierte – seinen Beruf immer mit Freude ausgeübt hat: „Sie bringen in der Regel aus ihrer Berufstätigkeit einen beachtlichen Erfahrungsschatz ins Studium ein und sind daher während und nach Präsenzveranstaltungen sehr interessante Gesprächspartner.“ Bei der Überreichung der Urkunde zu seinem 40-jährigen Jubiläum im öffentlichen Dienst hatte er dem Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer gegenüber betont, dass die Mathematik der FernUniversität heute mehr Studierende hat als vor dem Wechsel von den Diplomstudiengängen zu den Bachelor- und Masterstudiengängen: „Eine erfreuliche Entwicklung.“ Besonders hofft er, dass mit dem Master-Studium in Mathematik zukünftig noch mehr Physiker angesprochen werden können: „Das sind hoch motivierte und hervorragende Studierende.“

Hervorragende Gesprächspartner fand Prof. Boos auch im estländischen Tartu. Seit 1983 hat er enge Kontakte zur dortigen Universität, war einer der Initiatoren der Kooperation der FernUniversität mit ihr. Seit über 20 Jahren war er fast jedes Jahr im Austausch mit Wissenschaftlern der Universität Tartu dort und hat mit diesen, vorwiegend mit Prof. Leiger, zusammen 26 Publikationen veröffentlicht. Auch die Phase der Loslösung des baltischen Staates 1989 – 1991 von der UdSSR erlebte er vor Ort teilweise mit. Auch diese menschlichen Kontakte will er weiter pflegen. Gerne erinnert er sich auch an zahlreiche Forschungsaufenthalte und Tagungsteilnahmen in den USA, Kanada, Israel, Türkei und Indien.

Im Ruhestand will er seine internationalen Kontakte in der Forschung weiter pflegen, Diplom- und Doktorarbeiten betreuen, viel reisen und wandern, klassische Musik hören, das Hobby Fotografie noch etwas professioneller betreiben und sich auch weiterhin im und rund um das Haus handwerklich betätigen.

An der Universität Tübingen, wo er 1966 bis 1971 Mathematik und Physik studierte, legte Johann Boos zunächst die wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an Gymnasien ab. Er arbeitete dort von Februar bis Oktober 1971 als Wissenschaftliche Hilfskraft, anschließend bis Februar 1978 zunächst als Verwalter einer Assistentenstelle, dann als Wissenschaftlicher Assistent. Im Tübinger Fachbereich Mathematik promovierte und habilitierte er auch im Januar 1972 bzw. im Juli 1977. Gutachter und Betreuer waren jeweils Prof. Dr. Wolfgang Beekmann und Prof. Dr. Karl Zeller. Er folgte Herrn Prof. Beekmann zum 1. März 1978 an die FernUniversität als Wissenschaftlicher Assistent. Sechs Monate später wurde er hier zum Dozenten ernannt und am 4. Oktober 1982 zum Professor.

Gerd Dapprich | 20.06.2009
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