10.000 Menschen studieren an der „University of Namibia“ (UNAM), Namibias einziger staatlicher Universität. 8.000 studieren vor Ort an den Standorten in der Hauptstadt Windhoek sowie an mehreren Orten im Norden des Landes. 2.000 sind Fernstudierende aus ganz Namibia. „In Zukunft sollen sich noch mehr Fernstudierende an der UNAM einschreiben“, sagt Alois Fledersbacher. Er ist „Registrar“ der Universität und als solcher verantwortlich für Studierendenangelegenheiten wie Zulassung oder In- und Exmatrikulation. Zusammen mit Dr. Trudie Frindt und Ralph van Rooi war er vom 16. bis 26. Juni zu Gast an der FernUniversität in Hagen. Dr. Frindt ist als Direktorin des „Center for External Studies“ zuständig für das Fernstudium und die Betreuung der Fernstudierenden. Ralph van Rooi kümmert sich um die Finanzen der UNAM.
Prof. Schlageter (2.v.r.) hatte den Besuch organisiert. Über das Fernstudium in Hagen informierten sich (v.l.) Ralph van Rooi, Dr. Trudie Frindt und Alois Fledersbacher
Den Besuch initiiert hatte Prof. Dr. Gunter Schlageter, Prorektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und internationale Angelegenheiten. „Wir möchten lernen, wie studieren an der FernUniversität funktioniert, wie der Stoff vermittelt wird“, erklärte Fledersbacher. Ein entsprechend umfangreiches Programm hatte Prof. Schlageter mit Frank Reinicke von der Abteilung für Internationale Angelegenheiten und Forschung im Dezernat für Hochschulentwicklung organisiert.
Bei ihren Besuchen im Zentrum für Medien und IT, im Logistikzentrum sowie im Lehrgebiet Bildungstheorie und Medienpädagogik von Prof. Dr. Claudia de Witt informierten sich die Gäste darüber, wie modernes Blended Learning an der FernUniversität umgesetzt wird. Die Theorie selber in die Praxis umsetzen konnten sie anschließend, indem sie an einem Online-Seminar teilnahmen. Mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Studierendensekretariates sprachen sie über die Zulassungsvoraussetzungen und Einschreibung zum Studium sowie über die Betreuung der Studierenden in den Studienzentren. Wie ein Studienzentrum organisiert ist und welche Dienstleistungen es anbietet, erfuhr die Gruppe beim Ortstermin in Leverkusen.
Mehrere Treffen mit Beschäftigten aus verschiedenen Bereichen der zentralen Hochschulverwaltung gaben Einblicke in die strategische Hochschulentwicklung, wissenschaftliche Qualitätskontrolle, Haushaltsplanung und Marketing der FernUniversität. Im Gegenzug berichteten Alois Fledersbacher, Trudie Frindt und Ralph van Rooi über die University of Namibia und die Organisation des dortigen Fernstudiums.
Dr. Trudie Frindt und Ralph van Rooi stellten ihr Land und die UNAM vor
Acht Regionalzentren in ganz Namibia sind Anlaufstelle für die Studierenden. Die Studentinnen und Studenten können auf Computer und wissenschaftliche Literatur zugreifen und finden dort Antworten auf ihre Fragen. Da nur wenige Menschen privat einen Computer besitzen und die technische Infrastruktur längst nicht so ausgebaut ist wie in Deutschland, werden virtuelle Lehrmethoden bisher kaum eingesetzt. Ihre Einsendeaufgaben zum Beispiel geben die Studierenden in den Regionalzentren ab. Von dort werden sie per Kurier nach Windhoek gebracht.
Bessere Internet-Verbindungen sind jedoch bereits in Sicht, mehr E-Learning-Elemente geplant: „Im Vorfeld der Fußball-WM 2010 im benachbarten Südafrika werden Breitband-Verbindungen auch durch Namibia verlegt. Davon profitieren wir natürlich“, erklärt Fledersbacher.
Während dieses ersten Informationsbesuches wurde darüber hinaus über eine mögliche Kooperation der FernUniversität mit der University of Namibia nachgedacht. Seitens der UNAM sind der Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Doktorandinnen und Doktoranden oder gemeinsame Forschungsprojekte möglich. Darüber hinaus bot sich die Universität als Partnerin der FernUniversität an, deren Studienprogramme in Namibia anzubieten. Dort gibt es immer noch eine sehr große deutschsprachige Gemeinde.
Mehr Informationen über die UNAM: http://www.unam.na/
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de