Rubriken

Juli

Diplomatin für eine Woche

Die 18-jährige FernUni-Studentin Johanna Melissa Lukate nahm am Harvard World Model United Nations teil

Johanna Melissa Lukate im Foyer einer Halle bei der WorldMUN Die WorldMUN war für Johanna Melissa Lukate eine einmalige Erfahrung, die sie in ihrem Wunsch bestärkt hat, später als Diplomatin zu arbeiten

Ihr Studium an der FernUniversität in Hagen hat Johanna Melissa Lukate begonnen, als sie in der neunten Klasse war. „Ich fühlte mich auf dem Gymnasium unterfordert und habe nach einer neuen Aufgabe gesucht“, erzählt die heute 18-Jährige. Dass sie eine Klasse überspringt, wollte die Schulleitung nicht. „Die zweite Möglichkeit wäre gewesen, auf ein Internat zu gehen. Das wollte ich nicht.“ Durch eine Verwandte kam sie auf die Idee, sich über das Angebot der Hagener Hochschule zu informieren. Angefangen hat die Schülerin als Kursstudentin. Irgendwann habe sie dann auf der Homepage der FernUni einen Artikel über ein Mädchen gelesen, das ebenfalls dort studiert und noch Schülerin ist. „Über eine Prüfung hatte sie sich für ihr Bachelorstudium qualifiziert, das wollte ich auch.“

Zwischen „gesagt“ und „getan“ lagen zwei Klausuren aus ihrem Studiengang, die sie bestehen und so ihre Studierfähigkeit nachweisen musste. Es hat geklappt. Mittlerweile ist Johanna Melissa Lukate im vierten Semester im Bachelor Kulturwissenschaften eingeschrieben. Von ihrem Wissen aus dem Studium hat sie schon des Öfteren profitiert. „Ich interessiere mich besonders für soziologische Themen“, erzählt sie. Mit einem soziologischen Thema konnte sie 2007 auch die Jury des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten – beim dem sich über 5100 Schüler angemeldet hatten – überzeugen und gewann für ihre Arbeit „’Colored Families’ in Deutschland“ einen Bundes- und einen Landespreis. Dass diese Preise noch etwas ganz Großes nach sich ziehen würde, ahnte die Zwölftklässlerin zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Durch den Geschichtswettbewerb wurde nämlich die Deutsche Schüler Akademie (DSA) auf sie aufmerksam und lud sie zu dem zweiwöchigen Sommerkurs „Die Vereinten Nationen kennenlernen und mitgestalten“ ein. Gemeinsam simulierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland den Wirtschafts- und Sozialrat der UNO, bildeten beispielsweise Komitees, die es in der „echten“ UNO auch gibt, und führten Konferenzen durch. “Wir sind schnell zu einem richtig guten Team geworden“, erinnert sich Johanna Melissa Lukate. So gut, dass die Leiterinnen und Leiter der Gruppe ihnen auch die Teilnahme am Harvard World Model United Nations (WorldMUN) in Den Haag zutrauten. Als der Verein „Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft (JGW) deshalb bei unseren Betreuern anfragte, waren die sich schnell einig: „Diese Gruppe hat das Zeug dazu.“ Ein großes Kompliment – immerhin waren Johanna Melissa Lukate und ihr Team die einzigen Schülerinnen und Schüler, „sonst waren bei der WorldMUN nur Studierende“. Insgesamt über 2400 aus rund 50 Ländern.

Dass sie Libyen in der simulierten Konferenz in den Niederlanden vertreten sollten, wusste die Schülergruppe aus Deutschland schon vorher. „Wir mussten uns ja im Vorfeld intensiv mit dem Land, seiner Kultur, der Politik und Gesellschaft auseinandersetzen. Gute zweieinhalb Monate Zeit hatten wir dafür.“ In Den Haag hieß es dann im März: Bündnisse mit anderen Ländern eingehen, gemeinsam ein Ziel verfolgen und durchsetzen. Gut, dass die Gruppe während des Sommerkurses bereits gelernt hatte, politisch zu argumentieren – natürlich auch in englischer Sprache. „Dabei kam mir auch ein Rhetorik-Kurs zugute, den ich vor einiger Zeit an der FernUniversität belegt hatte“, sagt die Mannheimerin.

Die WorldMUN war für Johanna Melissa Lukate eine einmalige Erfahrung, die sie in ihrem Wunsch bestärkt hat, später als Diplomatin zu arbeiten. Erst einmal steht aber im nächsten Jahr ihr Abitur auf dem Programm und – wenn alles wie geplant läuft – nur wenige Monate danach „mein Bachelorabschluss Kulturwissenschaften an der FernUni.“

Manuela Feldkamp | 30.07.2009
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de