Aus dem Drama „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco lesen am 8. September um 19 Uhr Kriszti Kiss und Peter Schütze in der Universitätsbibliothek der FernUniversität in Hagen. Die Bibliothek hat die Lesung in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hagen e.V. organisiert.
In einer kleinen Stadt geschieht plötzlich Befremdliches: ein Nashorn galoppiert über den Marktplatz, verschwindet und erscheint erneut. Zwischen Beringer, der Hauptperson des Dramas – einem unangepassten und vom Leben gelangweilten Verlagsangestellten – und seinen Arbeitskollegen bricht Streit aus über Existenz und Bedeutung der Tiere. Bald diskutiert die ganze Stadt über die Nashörner. Wie sich herausstellt, sind es verwandelte Menschen, deren Macht stetig wächst. Nach und nach werden alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt willentlich zu Nashörnern. Beringer bleibt als „letzter Mensch“ in einer Welt voller Nashörner zurück.
Für den aus Rumänien stammenden Eugène Ionesco bedeutete „Die Nashörner“ den endgültigen Durchbruch zum internationalen Ruhm. Ionesco (1909-1994) gilt heute als einer der einflussreichsten Dramatiker des Absurden Theaters. „Die Nashörner“ wurde 1959 in Düsseldorf uraufgeführt. Publikum und Theaterkritiker lobten das Drama als schlüssige Parabel über Konformismus und Gefühllosigkeit, politische Verführbarkeit und ideologischen Massenwahn. „Die Nashörner“ beschreibt das plötzliche Aufkommen einer Meinung, ihre Ansteckungskraft, ihre schnelle und flächendeckende Ausbreitung und das entsprechende Verhalten der Menschen.
Ionesco selbst bemerkte in einem Interview über sein Stück: „Die Menschen würden Sie ohne Gewissensbisse umbringen, wenn Sie nicht denken wie sie. Und die Geschichte der letzten fünfundzwanzig Jahre hat uns gelehrt, dass Menschen, die eine solche Umwandlung erfahren haben, nicht nur den Rhinozerossen ähneln – sie werden tatsächlich Rhinozerosse.“
Veranstaltungsort:
Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek
Universitätsstraße 23
58097 Hagen
Buslinien 515/ 527/ 534
Haltestelle FernUniversität
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de