Zum zweiten Mal ist mit der ERASMUS Summer School in Law den beteiligten europäischen Fernuniversitäten ein Ausnahmeprojekt gelungen. Zu den Organisatoren gehörte die Rechtswissenschaftliche Fakultät der FernUniversität in Hagen. Gastgeber für insgesamt 32 Studierende aus Deutschland, Spanien und den Niederlanden war die Open Universiteit Nederland, die in diesem Jahr die Veranstaltung in Maastricht in Zusammenarbeit mit der School of Governance der Universität Maastricht ausrichtete. Fernstudierende aus den drei europäischen Staaten hatten erneut die Möglichkeit, rechtswissenschaftliche Vorlesungen aus den verschiedenen Rechtsordnungen zu hören und gemeinsam an internationalen Fragestellungen zu arbeiten. Gefördert wurde die Veranstaltung durch das ERASMUS-Programm der Europäischen Union.
Alle Teilnehmer im Bild bei einer Vorlesung zur englischen Rechtssprache und Common Law beim Dozenten Martin Kearns
Insgesamt 12 Studierende des Studiengangs Bachelor of Laws der FernUniversität erhielten einen der begehrten Plätze. Für sie ersetzt die Summer School in Law 2009, die vom 12. bis zum 25. Juli stattfand, auch eines der regulären Wahlmodule des Studienganges.
Wie schon bei der letztjährigen Veranstaltung in Madrid, die die spanische UNED organisiert hatte, bot die Veranstaltung Fernstudierenden auch die Chance, ihren Lebenslauf und ihren Erfahrungsschatz um einen Auslandsaufenthalt im Rahmen ihres Studiums zu bereichern und Kontakte zu Studierenden anderer Nationen zu knüpfen.
Die Studierenden erhielten nicht nur einen Einblick in das Verfassungsrecht, das Zivilrecht und das Strafrecht Deutschlands, Spaniens und der Niederlande, auch die englische Rechtssprache und Common Law ergänzten das Programm. Die Vorlesungen zum Deutschen Recht hielten Prof. Dr. Karl-August Prinz von Sachsen Gessaphe (Zivilrecht), Dr. Kathrin Rentrop (Strafrecht), Dr. Bernhard Kreße (Wirtschaftsrecht) und RA Nils Szuka (Verfassungsrecht).
In gemeinsamen Seminaren ging es dann darum, das Erlernte anzuwenden und auf praktische Fälle zu transferieren. Etwa bei der Frage, welche Verfassungsprinzipien aus den jeweiligen Rechtsordnungen für einen fiktiven Staat geeignet wären oder wie Eigentumsübertragungen in der jeweiligen Rechtsordnung ausgestaltet sind. Im Rahmen eines Moot-Court (also eines fiktiven Gerichts) musste etwa im Team argumentiert und abgewogen werden.
Einen ganz praktischen Einblick in die Arbeit der Europäischen Union erhielten die Studierenden bei einer Exkursion nach Brüssel, wo neben Führungen im dortigen Sitz des europäischen Parlaments auch Vorträge zur Arbeit des Parlaments stattfanden. Wie nun politische Entscheidungen, Richtlinien und Verordnungen in Brüssel erarbeitet werden, wurde den Lehrenden und Studierenden in zwei Vorlesungen bei der europäischen Kommission erläutert.
Mit Maastricht hatte die Open Universiteit einen Ort in den Niederlanden gewählt, der eine verkehrsgünstige Lage mit dem Flair einer blühenden und vielbesuchten Altstadt verbindet. Abseits des dichten Stundenplanes erhielten die Studierenden auch noch die Gelegenheit, die Freizeitmöglichkeiten der Stadt zu erkunden und freundschaftliche Kontakte zu knüpfen. Zwei Wochen wohnten die Studierenden im Guesthouse der Universität Maastricht, das keine zehn Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt, wo auch die Lehrveranstaltungen in der zentral gelegenen und modern ausgestatteten School of Goveranance der Universität Maastricht stattfanden. Besonders für diejenigen Studierenden, die zuvor nicht an einer Präsenzuniversität studiert hatten, wird das gemeinsame Lernen und Wohnen in der Stadt an der Maas als studentisches Erlebnis sicher in guter Erinnerung bleiben.
Im nächsten Jahr wird die FernUniversität die Erasmus Summer School in Law ausrichten. Voraussichtlicher Termin ist der Zeitrum vom 28. Juni bis zum 6. Juli 2010. Zu den möglichen Veranstaltungsorten, die derzeit erwogen werden, zählt auch Berlin. Vormerkungen und frühe Anmeldungen für 2010 sind nicht möglich, alle Informationen zur kommenden Summer School 2010 gibt die Fakultät frühzeitig in ihrer „Hagener Depesche“ oder auf ihren Internetseiten bekannt.
(sz/mvh)
Die Teilnehmer und einige Dozenten vor der School of Governance in Maastricht
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de