Die Universitätsbibliothek der FernUniversität in Hagen zeigt vom 22. September bis 02. November die Ausstellung „Adelbert von Chamisso – Biografische Spuren“. Anhand von 30 Schautafeln und zahlreichen Vitrinenexponaten gibt sie Einblick in Leben und Werk Chamissos, der zugleich Dichter und Naturforscher war. Zu sehen ist die Ausstellung, die von der Chamisso-Initiative Berlin erarbeitet wurde, im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek, Universitätsstr. 23, 58097 Hagen.
Zur Eröffnung am 22. September liest Peter Schütze ab 19 Uhr Adelbert von Chamissos Novelle „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“. Die Erzählung vom Mann, der seinen Schatten an den Teufel verkauft, unendlich reich wird, aber das Leben eines Geächteten führt und schließlich in der Wissenschaft Trost findet, wurde schon zu Lebzeiten des Dichters in viele Sprachen übersetzt.
Eine weitere Lesung hat die Universitätsbibliothek zusammen mit dem „Lehrgebiet für Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte" des Historischen Instituts der FernUniversität für den 09. Oktober organisiert. Ab 18 Uhr liest Peter Schütze unter dem Titel „Wir werden mit Europa alle Übel hinter uns lassen“ aus Chamissos Werk „Reise um die Welt“. Besonders berücksichtigt werden seine Schilderungen der Südsee. Chamisso war sich bewusst, dass Kolonialismus und Missionierung die Völker und Kulturen, die er während einer Expedition kennenlernte, bald zutiefst umformen würden.
Louis Charles Adélaïde de Chamissot de Boncourt, der sich später Adelbert von Chamisso nannte, wurde 1781 auf Schloss Boncourt in der Champagne geboren. Die Französische Revolution zwang ihn und seine Familie 1792 zur Flucht nach Deutschland. Seit 1796 lebten sie in Berlin. Anfang des 19. Jahrhunderts begann Chamisso, poetische Texte zu schreiben und fand Zugang zu den Berliner literarischen Salons. 1814 erschien seine Erzählung „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“, die ihn weit über Deutschland hinaus bekannt machte.
Als französischer Emigrant fühlte sich Chamisso trotzdem immer als gesellschaftlicher Außenseiter. Den Ausweg aus dieser von ihm als krisenhaft empfundenen Situation fand er im Studium der Naturwissenschaft. Von 1815 bis 1818 nahm Chamisso als Naturforscher an einer Schiffsexpedition teil, die u. a. nach Brasilien, Chile, Alaska, in die Arktis und in die Südsee führte. Die Erfahrungen dieser Reise wertete er später in umfangreichen Reiseschilderungen, botanischen Aufsätzen und sprachwissenschaftlichen Untersuchungen aus. Seine Lyrik beeinflusste darüber hinaus bekannte Schriftsteller wie Heinrich Heine und Ferdinand Freiligrath. Als Chamisso 1838 starb, zählte er zu den bekanntesten Dichtern Deutschlands.
Öffnungszeiten: Mo-Do 9-19 Uhr, Fr 9-16 Uhr, Sa 9-13 Uhr
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de