Eine Woche Geschichte pur bietet das Historische Institut der FernUniversität in Hagen in seiner insgesamt dritten Geschichtswoche. Vom 5. bis 10. Oktober finden wieder Vorlesungen und Seminare auf dem Campus der FernUniversität statt. Teilnehmen können Studierende des Fachs Geschichte im Bachelorstudiengang Kulturwissenschaften, im Masterstudiengang Europäische Moderne und im auslaufenden Magisterstudiengang. Denjenigen, die thematisch verwandte Bachelorstudiengänge wie z. B. Politik- und Verwaltungswissenschaft studieren, stehen die Veranstaltungen ebenfalls offen.
Während der Geschichtswoche ruft das Historische Institut der FernUniversität zu einer Spendenaktion für eine Bildungsstätte für Straßenkinder in Rio de Janeiro auf.
Alle Dozentinnen und Dozenten des Instituts sind die ganze Woche vor Ort und bieten neben den Seminaren Sprechstunden für die Studierenden an. Die Teilnehmenden treffen Kommilitoninnen und Kommilitonen und lernen sich untereinander besser kennen.
Die Veranstaltungen stehen unter dem übergreifenden Thema „Ungleichheit“. Dieses Thema war für das historische Institut erstmals Anlass zu einem Spendenaufruf für eine Bildungsstätte für Straßenkinder in Rio de Janeiro. 30 Jugendliche werden dort mit Bildungs- und Beschäftigungsprogrammen gegen Gewalt stark gemacht und sozial integriert. „Unter dem Motto ,Bildung gegen Ungleichheit’ stellen wir Spendendosen auf und informieren in einem Flyer über das Hilfsprojekt ,Vida Real’“, erklärt Nina Schneider, wissenschaftliche Hilfskraft im Lehrgebiet Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte von Prof. Dr. Reinhard Wendt.
Zusätzlich zu den Lehrangeboten finden vier Abendvorträge statt sowie die Lesung „Wir werden mit Europa alle Übel hinter uns lassen – Adelbert von Chamissos Reise um die Welt". Peter Schütze liest am 9. Oktober im Rahmen der Ausstellung „Adelbert von Chamisso - Biografische Spuren“ im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek, Universitätsstraße 23, ab 18 Uhr aus dem Roman „Reise um die Welt“. Interessierte sind zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen.
Den ersten Abendvortrag am 5. Oktober hält Prof. Dr. Siegfried Weichlein zum Thema: „Föderalismus transnational – Skizze eines Forschungsprojekts.“ Der Professor für Europäische und Schweizerische Zeitgeschichte an der Universität Fribourg, Schweiz, beschäftigt sich mit der Geschichte verschiedener nationaler Bundesstaats- und Föderalismus-Modelle. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Institut für Europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität durchgeführt.
Über „Unterstützung der ,Nationalen Sicherheit’ oder Verteidigung der Menschenrechte? Die Rolle der katholischen Kirche in den Militärdiktaturen Chiles und Argentiniens, 1970 – 1990“ spricht am 6. Oktober Dr. Silke Hensel, Professorin für Außereuropäische Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie untersucht die unterschiedlichen Positionen der Katholischen Kirche in den beiden Ländern und deckt die dahinter stehenden Gründe auf.
Dr. Boris Barth, Professor für Neuere Geschichte an der Jacobs University Bremen, setzt sich am 7. Oktober mit dem Thema „Genozid. Völkermord im 20. Jahrhundert“ auseinander. Er erklärt, was genau unter Völkermord zu verstehen ist und was ihn von Massakern, „ethnischen Säuberungen“, Verfolgung politischer Gegner und anderen Formen staatlicher Massengewalt unterscheidet.
„Die Blätterhöhle bei Hagen – Eine neu entdeckte Höhlenfundstelle in Westfalen“ steht am 8. Oktober im Mittelpunkt des Abends. Privatdozent Dr. Jörg Orschiedt, Archäologe am Historischen Centrum Hagen, leitet seit 2006 die archäologischen Grabungen in der Höhle und auf dem Vorplatz. In seinem Vortrag stellt er die aktuellen Ergebnisse der Grabungen sowie weitere Forschungsperspektiven vor. Das Grabungsteam hat beispielsweise einen menschlichen Schädel aus der frühen Mittelsteinzeit gefunden – den bislang ältesten Nachweis des heutigen Menschen aus Westfalen.
Alle Vorträge beginnen um 18 Uhr im Erdgeschoss des ehemaligen TGZ (Räume 1-3, „Ellipse“) auf dem Campus der FernUniversität, Universitätsstr. 11, 58097 Hagen.
Weitere Informationen zu den Lehrveranstaltungen finden Sie hier.
Details zum Hilfsprojekt „Vida Real“ (Das wahre Leben) gibt es hier.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de