Die Habilitationsschrift vorbereiten, neue Anregungen für die Betreuung der Studierenden im Doppelabschlussprogramm bekommen. Dr. Anna Kourotchkina möchte ihre Zeit an der FernUniversität in Hagen intensiv nutzen. Die Koordinatorin des Doppelabschlussprogramms Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität mit der Staatlichen Universität für Wirtschaft und Finanzen St. Petersburg arbeitet vom 1. Oktober bis 30. November an der größten deutschen Hochschule.
Forscht in Hagen: Dr. Anna Kourotchkina - Koordinatorin des Doppelabschlussprogramms Wirtschaftswissenschaft in St. Petersburg
„Ich konnte bereits Kontakte zu Dr. Olaf Zawacki-Richter vom Lehrgebiet Bildungstechnologie knüpfen“, sagt Anna Kourotchkina, „wodurch viele neue Ideen sowohl für meine Forschung als auch für die Betreuung der russischen Studierenden entstanden sind.“ Ihre Habilitation plant die 33-Jährige an der Universität für Wirtschaft und Finanzen zum Thema „Entwicklung von Kreativität bei Studierenden“. Mit den Kolleginnen und Kollegen der FernUniversität forscht sie jetzt außerdem zum Fernstudium in Russland und möchte die Ergebnisse für ihre Habilitation verwenden. „Laut Statistiken hat sich die Anzahl der Studierenden im Fernstudium in Russland von 1990 bis heute verdoppelt. Da ist es interessant, diese Entwicklungen genauer zu untersuchen. Die schriftliche Gliederung für den gemeinsamen Artikel ist bereits fertig“, freut sich die gebürtige St. Petersburgerin über die neue Kooperation auf wissenschaftlicher Ebene.
Wissenschaftliche Literatur für ihre Forschung findet Anna Kourotchkina beispielsweise in der deutschen Fernstudiendokumentation. Die umfassende Sammlung, die an der Hagener Universitätsbibliothek angesiedelt ist, enthält deutsch- und fremdsprachige Dokumente zur Entwicklung und zum aktuellen Stand der Fernstudienforschung. „In der privaten Sammlung des ehemaligen Dokumentars Rudolf Manfred Delling habe ich sogar russischsprachige Literatur zum Thema Fernstudium gefunden“, berichtet sie.
Von der Kooperation zwischen Anna Kourotchkina und dem Lehrgebiet Bildungstechnologie der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften profitieren darüber hinaus schon jetzt die Studierenden im Doppelabschlussprogramm. In Zukunft sollen sie zusätzlich verstärkt über die Online-Lernplattform „Moodle“ betreut werden, die an der FernUniversität seit einiger Zeit im Einsatz ist. Ein entsprechender Zugang ist für sie bereits eingerichtet worden. Der Umgang mit solchen Plattformen ist für russische Studierende allerdings noch neu. Im Dezember fahren daher Olaf Zawacki-Richter und sein Mitarbeiter Sebastian Vogt nach St. Petersburg und geben den Studierenden sowie den Mentorinnen und Mentoren eine Einführung: „Wir möchten Interesse dafür wecken, mit und durch Neue Medien zu lernen. Die Studierenden können schließlich auch zusätzliche Kompetenzen dadurch erwerben, sich Medienkompetenz aneignen“, erläutert Anna Kourotchkina.
Das Doppelabschlussprogramm Wirtschaftswissenschaft besteht seit 1999. Momentan nehmen etwa 30 Studierende aus St. Petersburg teil. Nach ihrem Grundstudium schreiben sie sich parallel zu ihrem Studium in Russland an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität ein. Über 40 Absolventinnen und Absolventen haben dadurch neben ihrem Diplom der St. Petersburger Universität den deutschen Abschluss erworben. Dr. Anna Kourotchkina ist selbst Absolventin des Programms. 2004 ist sie dafür mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für „herausragende Leistungen ausländischer Studierender“ ausgezeichnet worden.
Der Aufenthalt wird von der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität gefördert. Prof. Dr. Rainer Olbrich hat ihr einen Arbeitsplatz in seinem Lehrgebiet Marketing zur Verfügung gestellt.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de