Auf Einladung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Universität im ungarischen Pécs beteiligte sich die FernUniversität mit einer eigenen Sektion „Mediating Culture through the Language of Education (Distance Education)“an der interdisziplinären Konferenz „Culture of Business – Capital of Culture“, die vom 15. bis 17. Oktober in der Europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2010 stattfand. Im Hagener Veranstaltungsbeitrag ging es uns wesentlich darum, die Besonderheiten des Lehrsystems der FernUniversität vorzustellen. Und zwar sowohl theoretisch wie auch praktisch.
Miklós Simon, Commerzbank Pécs, übergibt den Preis an Aliz Füredi. Im Hintergrund Prof. Joachim Grosser und Dr. Judit Mátyás, Koordinatorin des Doppelabschlussprogramms Hagen/Pécs.
Am Nachmittag des ersten Veranstaltungstages wurde im Rahmen einer Absolventenehrung das von der Stiftung Deutschsprachiges Fernstudienzentrum Budapest verliehene Commerzbank-Stipendium 2009 an Aliz Füredi vergeben. Die junge Diplomkauffrau hat ihre Diplomarbeit „Die Auswirkungen des E-Geldes auf die Geldmengenaggregate und auf die Geldpolitik“ auf Deutsch angefertigt, sodass diese direkt von der FernUniversität anerkannt werden konnte. Zur Vorbereitung dieser Arbeit hielt sich Aliz Füredi im April 2009 für eine Woche in Hagen auf. Unterstützt wurde dieser Aufenthalt durch ein DAAD-MOE Stipendium. Dr. Gábor Rappai, Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Pécs, Dr. Zoltán Schepp, MA-Direktor der Fakultät, Prof. Dr. Joachim Grosser, FernUniversität, und Simon Miklós, Filialdirektor der Commerzbank in Pécs, würdigten die herausragende Leistung der Stipendiatin...
Am Samstag definierte Professor Joachim Grosser, Lehrstuhl Wirtschaftspolitik in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, in seinem Plenarvortrag „Do you like Jazz“ Kultur als ein von allen gesellschaftlichen Gruppen geteiltes Set von Einstellungen, Glaubensvorstellungen, Sitten und Gebräuchen, Werten und kulturellen Praktiken. Er formulierte die These, dass Kultur in diesem Sinn als durch Kommunikation erzeugte Ware angesehen werden kann. Zwar verbrauche Kommunikation wertvolle, vermarktbare Ressourcen wie Zeit, Aufwand und Aufmerksamkeit, auf Kultur bezogene Kommunikation selbst sei jedoch nicht vermarktbar. Dies werfe die Frage auf, wie auf Kultur bezogene Kommunikation von der Effizienz des Marktes abhänge. Gehe man davon aus, dass der Markt die Möglichkeiten der Wertschöpfung aus persönlichen Ressourcen systematisch erweitere, frage sich, ob wir unweigerlich einer kulturellen Verarmung entgegensähen, da persönliche Ressourcen zunehmend von marktorientiertem Nutzen absorbiert würden.
Weitere Vorträge zeigten u.a. die Möglichkeiten auf, die das Web 2.0 in der Lehre bietet (Dr. Olaf Zawacki-Richter und Sebastian Vogt, Lehrgebiet Bildungstechnologie. Jens Wehrmann; Lehrstuhl für Betriebswirtschaft, insb. Bank- und Finanzwirtschaft), stellt das höchst erfolgreiche Doppelabschlussprogramm Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität und der Universität Pécs vor, Dr. Anna Kourotchkina das Doppelabschlussprogramm Wirtschaftswissenschaft zwischen FernUniversität und Staatlicher Universität für Wirtschaft und Finanzen in St. Petersburg.
Am Rande der Konferenz wurde die Hagener Delegation vom Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Pécs, Dr. Gábor Rappai, zu einem Gespräch empfangen. Hier stand die Zusammenarbeit der beiden Universitäten, besonders natürlich das Doppelabschlussprogramm, im Mittelpunkt. Es wurde vereinbart, die Marketingmaßnahmen zu intensivieren, um noch mehr potentielle Studierende, die Deutsch beherrschen, zu erreichen. Weiterhin wurde eine intensivere Zusammenarbeit mit in der Region ansässigen deutschen Firmen angeregt.
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