Am 27. Oktober liest Peter Schütze in der Ellipse des TGZ, Universitätsstraße 11, aus dem Roman "Der Fremde" von Albert Camus. Die Veranstaltung der Universitätsbibliothek Hagen und der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hagen e.V. beginnt um 19 Uhr und endet um 21 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Das Werk von Albert Camus (1913-1960) wird seit geraumer Zeit neu bewertet. Camus´ Zweifel an der Möglichkeit einer revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft hatten Anfang der fünfziger Jahre zum Bruch mit seinem Weggefährten Jean-Paul Sartre geführt. Seitdem haftete ihm, trotz des Nobel-Preises, den er 1957 erhalten hatte, der Ruf an, ein „Philosoph und Schriftsteller für Abiturklassen“ zu sein. Heute, fünfzig Jahre nach seinem Unfalltod, wird Albert Camus als großer Dichter des Existentialismus wahrgenommen, als Autor von Romanen (u.a. „Der Fremde“, „Die Pest“), von Essays und Dramen, die sich einer einfachen Deutung entziehen.
Camus´ 1942 erschienener Roman „L´étranger“ („Der Fremde“) spielt in Algerien, der Heimat des Schriftstellers. Die Hauptgestalt, der junge Franzose Meursault, berichtet von den Umständen, die ihn zum Mörder gemacht haben. Er erzählt in kurzen, isolierten Sätzen, die seine Fremdheit gegenüber der Umwelt und seiner eigenen Person ausdrücken. Doch Meursault ist nicht unsensibel, er wird vielmehr zum Tode verurteilt, weil er sich weigert, konventionelle Regungen vorzutäuschen, die er nicht teilt. Den Tod erwartend, gelangt er in einem glückhaft empfundenen Augenblick dazu, die Absurdität des Lebens anzuerkennen und sein Los zu akzeptieren.
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