Im vergangenen Jahr testete eine Gruppe von FernUni-Studierenden die Gebäude und das Gelände rund um den Campus auf Barrierefreiheit und behindertengerechten Zugang. Von Seiten der FernUni mit dabei war unter anderem Baudezernent Hans-Dieter Kolossa, der die Verbesserungsvorschläge der Studierenden dankbar annahm. Als „Pilotprojekt“ sind die Vorschläge und Wünsche zunächst im ehemaligen TGZ umgesetzt worden. „Ausgerichtet sind die Maßnahmen an den Vorgaben für barrierefreies Bauen. Wir testen jetzt, ob sie sich bewähren und realisieren sie dann so oder gegebenenfalls verbessert in den anderen Gebäuden und auf dem Campus“, erklärt Kolossa.
"Pilot" TGZ: Kontraststarke blau-weiße Markierungen an der gläsernen Front und an den Türen des ehemaligen TGZ,...
... blaue und weiße Markierungen rund um die Säulen und auf den Treppen...
... sowie Handläufe an allen Treppen, die vom Erdgeschoss zu den Seminarräumen führen, sorgen für Barrierefreiheit und einen behindertengerechten Zugang.
Kontrastreiches Wege- und Beschilderungssystem im ehemaligen TGZ
Für sehbehinderte Studierende bargen insbesondere der gläserne Eingang und die ebenfalls gläsernen Zwischentüren im ehemaligen TGZ Stolperfallen, denn die waren für sie kaum zu erkennen. Kontraststarke blau-weiße Markierungen auf den Scheiben sorgen jetzt für gute Sichtbarkeit.
Wo befindet sich der Aufzug und wo sind die Toiletten? Extragroße Schilder mit fettgedruckter schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund weisen nun den Weg. Für die Beschilderung muss allerdings noch ein Gesamtkonzept für den Campus – und zwar für die Gebäudebezeichnungen und Wegweiser, über die Veranstaltungshinweise bis zu den Raumbeschilderungen – entwickelt werden.
Problematisch waren auch die Säulen im Erdgeschoss, die ebenso wie der Fußboden in dunkelgrauem Stein gehalten sind. Eine weiße, viereckige Markierung im Boden – die auch mit einem Blindenstock zu ertasten ist – sowie blaue Markierungen rund um die Säulen zeigen die Hindernisse jetzt rechtzeitig an. Diese sogenannten taktilen Oberflächen müssen auch noch im Außenbereich aufgebracht werden. „Hier suchen wir noch nach geeigneten Lösungen“, erklärt Kolossa.
Skizze zur Baumaßnahme "Außenaufzug", die voraussichtlich im Sommer beginnt
Handläufe für sicheres Treppensteigen / elektronische Türantriebe
Diese Markierungen finden sich auch auf den Treppen, die im Erdgeschoss zu den Seminarräumen führen. Handläufe bieten die Möglichkeit, sich beim Hinauf- und Hinabsteigen der Stufen festzuhalten.
Alle Türen im ehemaligen TGZ sowie im Eugen-Schmalenbach-Gebäude wurden mit neuen elektronischen Türantrieben ausgestattet. „Die bisherigen im ESG entsprachen nicht mehr den vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen. Die Schließmechanismen funktionierten nicht mehr einwandfrei. So bestand immer das Risiko, dass Personen eingeklemmt werden“, so Kolossa. Für Menschen mit Behinderungen war diese Gefahr besonders groß. Auch im TGZ und im IZ wurden die Durchgangstüren komplett nachgerüstet.
Außenaufzug für barrierefreien Zugang zur Mensa
Voraussichtlich im Sommer – der Auftrag ist schon erteilt – wird der Bau des Außenaufzuges beginnen, der den „Roten Platz“ und die Ebene der Mensa verbindet. Diese wird dann barrierefrei zu erreichen sein. Bisher war sie nur über eine Treppe bzw. über einen Umweg, der durch das PRG führt, zugänglich.
In Teilen aus dem Konjunkturpaket II und in Teilen von der FernUniversität finanziert, betragen die Kosten für alle Maßnahmen zur Barrierefreiheit rund 400.000 Euro.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de