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Mehr als Wissen und Kenntnisse zu erwerben: Unterschiedlichste Bilder von Bildung

Vorträge bei Alumni-Verein der Arbeits- und Organisationspsychologie

Welche Bedeutung messen Lehrende, Unternehmen und Absolventen der Weiterbildung zu, welche Anforderungen stellen sie an die Inhalte bzw. an die Absolventinnen und Absolventen? Drei verschiedene Sichtweisen zeigten die Vorträge beim 3. Jahrestreffen des Alumni-Vereins der Arbeits- und Organisationspsychologie der FernUniversität in Hagen am 1. November in Hagen auf. Hierzu referierten Prof. Dr. Gerd Wiendieck aus Sicht der Wissenschaft, Verena Dziobaka-Spitzhorn und Peter Schreuder aus Unternehmenssicht und Henriette Lundgren aus Sicht der Absolventen.

Prof. Gerd Wiendieck sprach über „das A und O der AO-Weiterbildung“. Bildung ist mehr als z. B. der Erwerb von Wissen und Kenntnissen, sie dient auch der Ausbildung von Persönlichkeit mit Eigenschaften wie Selbstständigkeit oder Mut. Hinzu kommt, dass „Weiterbildung“ ja zwei Bestandteile hat. Außer „Bildung“ eben auch „Weiter“, und das ist positiv besetzt – weiter, schneller, höher, auch als andere.

Den meisten Studierenden in „seinem“ Weiterbildungsstudium attestierte Wiendieck ein vergleichsweise „hohes Interesse an Inhalten“. Und mit denen seien sie weit überwiegend sehr zufrieden, freute er sich.

Umso mehr bedauert er, dass die FernUniversität nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Frühjahr 2007 dieses Studium nicht weiterführen kann. Aus Kapazitätsgründen konnte die Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften nicht anders entscheiden, und dem musste die Hochschulleitung folgen, äußerte er Verständnis für deren Entscheidung. Jedoch gibt es gute Aussichten, dass das Angebot in einem An-Institut der Universität zu Köln eine neue wissenschaftliche Heimat finden wird. Von Seiten der FernUniversität jedenfalls wird alles für einen guten Übergang getan, konzedierte Wiendieck.

Im zweiten Vortrag ging es um die universitäre Weiterbildung aus Unternehmenssicht. Die Wirtschaft hat, so Verena Dziobaka, großes Interesse an Kooperationen mit der Wissenschaft in Forschung und Weiterbildung. Sie ist bereit, „Brücken zu bauen“ zwischen den Bildungsangeboten und den Beschäftigten. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe, z. B. gehört auch die demografische Entwicklung und dauerhafter Veränderungsbedarf immer mehr zu ihnen. Die Bildungsangebote müssen den Bedürfnissen der Beschäftigten entsprechen, ebenso aber auch denen der Arbeitgeber. An deutsche Universitäten richtet sich die Anforderung, ihr Weiterbildungs-Angebot qualitativ und inhaltlich stärker an den Bedürfnissen der Unternehmen auszurichten. Kosten-Nutzen-Betrachtungen liefern für Arbeitgeber die entscheidenden Kriterien für eine (auch finanzielle) Unterstützung privater Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Bei der Konzeption weiterbildender Studiengänge sollen deutsche Universitäten noch enger als bisher mit der Wirtschaft zusammenzuarbeiten, so einige zitierte Studien. Im Vergleich mit anderen westlichen Ländern besteht hier noch Nachholbedarf.

Henriette Lundgren zeigte abschliessend, wie sich ihr eigenes Leben während des Studiums und durch das Studium verändert hat. Angefangen damit hatte sie als frischgebackene Teamleiterin eines internationalen Konzerns mit dem Ziel, Schritt für Schritt nach oben zu kommen. Doch ihr Weg führte sie in ihr eigenes kleines Home-Office in Oxford, wo sie zufrieden als Weiterbildungsberaterin für die Elite-Universität tätig ist.

Diesen Vorträgen und der Ehrung von Absolventinnen und Absolventen der letzten Zeit schlossen sich Workshops zu den Themen Change Management: Methoden und Ansätze, Die demographische Herausforderung aus A&O-psychologischer Sicht und Methoden der AOP zur Begleitung der strategischen Organisationsentwicklung an. Der in seinem Amt bestätigte Alumnivereins-Vorsitzende Stefan Priebs plant mit seinem Team von ehrenamtlichen Helfern, solch informative Veranstaltungen für die inzwischen bereits 50 Mitglieder zukünftig merhmals pro Jahr anzubieten.

Das Alumni-Jahrestreffen mit der gemeinsamen Feier am Abend war zudem wieder einmal Gelegenheit für das aktive Netzwerken. Für das online Netzwerken betreibt der Verein zudem eine eigene Gruppe auf der XING-Plattform.

Gerd Dapprich | 02.12.2008
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