Prof. Dr. Hubertus Busche moderierte die Veranstaltung
Den Pulverturm besetzen, d.h. die praktische Relevanz der Philosophie aufzeigen. Der UNESCO-Welttag der Philosophie will die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese Wissenschaft lenken, die gemäß einer UNESCO-Resolution „zum kritischen und unabhängigen Denken ermutigt“. Dem Institut für Philosophie der FernUniversität in Hagen ist dies mit seinem Symposium zum Thema „Philosophische Aspekte der Globalisierung“ gelungen. Rund 170 interessierte Hagener Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Schülerinnen und Schüler von Gymnasien aus Hagen und Umgebung kamen am 20. November in den Senatssaal der FernUniversität. Seit 2002 feiert die UNESCO den Welttag jedes Jahr am dritten Donnerstag im November.
Prof. Dr. Kurt Röttgers hielt den ersten Vortrag zum Thema "Ein philosophischer Begriff von Globalisierung"„Die Philosophie ist die ,Liebe zur Weisheit’ und schon Aristoteles wusste ,Der Weisheit Anfang ist der Zweifel’“, begrüßte Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer die Gäste. Dr. Lutz Möller, Deutsche UNESCO-Kommission, verwies darauf, dass die Philosophie dazu befähige, die richtigen Fragen zu stellen, ohne die man keine Daten einordnen könne. „Das Symposium in Hagen bietet die hervorragende Möglichkeit, sich mit den vielseitigen Fragen der Globalisierung auseinanderzusetzen“, leitete er zum Vortrag von Dr. Kurt Röttgers über.
Der Professor für praktische Philosophie stellte einen philosophischen Begriff von Globalisierung vor. Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten die Hagener Philosophinnen und Philosophen den Begriff und den Prozess der Globalisierung. Dr. Elisabeth Weisser-Lohmann sprach über „Globalisierung und Gerechtigkeit“, Prof. Dr. Hubertus Busche fragte „Zerstört die Globalisierung gerechte Verteilungsmuster?“ Dr. Stefan-Heßbrüggen-Walters Vortrag beschäftigte sich mit dem Rechtsstatus indigener Bevölkerungen, Dr. Thomas Bedorfs mit Identität und Anerkennung unter Bedingungen der Globalisierung. Ansgar Lyssy und Prof. Dr. Jan Beckmann hielten Vorträge zu den Themen „Aufklärung und Globalisierung“ bzw. „Globalisierung und Ethik“. „Das Thema Globalisierung hat sich im Hinblick auf die aktuelle weltweite Finanzkrise geradezu angeboten“, meint Prof. Busche, der die Veranstaltung moderierte.
Nach den einzelnen Vorträgen diskutierten die Teilnehmenden miteinanderAlle Vorträge werden in einem Tagungsband gesammelt und veröffentlicht. Das Zentrum für Medien und IT der FernUniversität übertrug das Symposium via Livestream ins Internet. Die Aufzeichnung soll außerdem in der Lehre verwendet werden.
Der UNESCO-Welttag der Philosophie ist der einzige Welttag für eine Wissenschaft. Universitäten, Schulen und Kultureinrichtungen in ganz Deutschland organisierten öffentliche Symposien, Vorträge und Schülertage. International beteiligten sich über 100 Länder mit zentralen Veranstaltungen in Italien und Paris.
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