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Wie kann „humanitäre Technik“ der Dritten Welt helfen?

Großes Interesse an humanitärem Workshop in Hagen

Welche Beiträge kann Technik leisten, um Probleme der Dritten Welt zu überwinden? Um diese Thematik ging es in einer ganztägigen öffentlichen Veranstaltung am Samstag, 28. August, in Hagen. Organisiert wurde der Workshop „Technik für ein menschenwürdiges Leben“ von zwei Informatikern der FernUniversität in Hagen, Dr. Bernhard Fechner und Hanna Wenke. Das Interesse an dieser Veranstaltung war überaus erfreulich für die beiden, denn alle 30 Plätze für Teilnehmende waren auch besetzt.

Alle 30 Teilnehmer-Plätze des öffentlichen Workshops waren belegt - ein Zeichen für das große Interesse an dem Thema Alle 30 Teilnehmer-Plätze des öffentlichen Workshops waren belegt - ein Zeichen für das große Interesse an dem Thema

Auf dem Programm standen unter anderem praxisorientierte Vorträge von Klaus Ehlers, AllerWeltHaus, Hagen, Träger des Bundesverdienstkreuzes, Veye Tatah, Africa Positive, Dortmund, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Hagener Bundestagsabgeordneten René Röspel, von Vertretern von Ärzte ohne Grenzen und von Ingenieuren ohne Grenzen. Ziel war es, anhand konkreter Beispiele aus der Praxis Lösungsansätze zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang wurde beispielsweise die Fragestellung „Wie kann Technik in der Dritten Welt für sauberes Trinkwasser sorgen? Ist Solarenergie hier eine Lösung?“ thematisiert. Dargestellt wurde auch, wie überhaupt ein humanitäres Projekt abläuft. Fechner: „Vor Ort sieht es oft ganz anders aus als man es sich hier vorstellt – daher muss man Praktiker dabei haben, die die Praxisprobleme kennen.“

Erstmals fand damit ein Workshop der weltweit renommierten IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) zu einem humanitären Thema in Europa statt. Die IEEE ist ein internationaler Zusammenschluss von etwa 375.000 Naturwissenschaftlern und Technikern. Angesichts katastrophaler Zustände in vielen Ländern hat sie ihre technologisch orientierte Sichtweise erweitert und beschäftigt sich nun konkret damit, wie einzelne Technologien in der Dritten Welt Hilfe bringend angewendet werden können. Dies gab den Anstoß zu dem Workshop, der sich der komplexen Thematik „Technik für ein menschenwürdiges Leben“ widmete. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der FernUniversität und der IEEE.

Dr. Bernhard Fechner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Informatik-Lehrgebiet Parallelität und VLSI (Prof. Dr. Jörg Keller), Hanna Wenke im Lehrgebiet Unternehmensweite Softwaresysteme (Prof. Dr. Lars Mönch). Hanna Wenke: „Die Bilder hungernder Menschen verdrängen wir gerne aus unserem Bewusstsein. Dabei müsste es in unserer hoch technisierten Gesellschaft doch möglich sein, Krankheit und Hunger zu überwinden. Warum geht das nicht in der Dritten Welt?“ fragt sie.

Gerd Dapprich | 02.09.2010
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