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FernUni-News - Forschung und Entwicklung

Airbus-Mitarbeiter will Flugzeugflügeln das Schwingen abgewöhnen

Michael Enzinger promovierte extern an der FernUni – Großes Lob für Betreuung

„Ich habe mit einigen Hochschulen Erfahrungen gemacht, aber die FernUniversität war vorbildlich – sowohl fachlich als auch menschlich. Ich habe mich hier immer sehr gut aufgehoben und betreut gefühlt.“ Mit einer regelungstechnischen Entwicklung, die dem Schwingen von Flugzeugflügeln entgegenwirkt, hat Michael Enzinger den Doktortitel an der FernUniversität in Hagen erworben: „Aus reinem Interesse, es hat mir inhaltlich sehr viel gebracht.“ Der 31-jährige Airbus-Entwicklungsingenieur hatte hier zuvor schon Elektrotechnik studiert: „Alle waren hilfsbereit und freundlich, beim Studium wie bei meiner externen Promotion, das habe ich so an keiner anderen Uni erlebt.“

Das Studium in Hagen war nicht sein erstes: 1997 begann Enzinger in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik zu studieren, ging zwischenzeitlich für ein fünfmonatiges Praktikum zur Flugerprobungs-Abteilung von Aerospatiale Matra Airbus im französischen Toulouse. Das komplette fünfte Jahr seiner Ingenieur-Ausbildung absolvierte er ab August 2001 ebenfalls in Toulouse, an der ENSAE (Ecole Nationale Superieure de l’Aeronautique et de l’Espace): „Das ist die Luft- und Raumfahrtschule in Frankreich!“ Zwischenzeitlich hatte er sich im Stuttgarter Hauptstudium für den Schwerpunkt Flugmechanik und Aerodynamik entschieden. Mit Beginn des Studiums in Toulouse immatrikulierte er sich im August 2001 zugleich an der FernUniversität. Und setzte sich jetzt schon das spätere Ziel „Promotion“, bei der ihm beide Studien sehr nützlich wurden: Während das Wissen aus dem Luft- und Raumfahrtstudium ihm ein Grundverständnis der Thematik und Problematik gab, erkannte er durch die Hagener Prozesssteuerung und Regelungstechnik (PRT), wie „ich damit umgehen kann und den systemtheoretischen Ansatz als Werkzeug einsetze“.

Zunächst erhielt er im Februar 2002 in Stuttgart sein erstes Ingenieur-Diplom, für das ihm einige der ENSAE-Leistungen anerkannt wurden. Und einige seiner bisherigen „Scheine“ nutzen ihm auch an der FernUniversität, wo er bereits im Februar 2004 sein zweites Diplom als Elektrotechnik-Ingenieur erhielt.

Im November 2002 wurde er Entwicklungsingenieur bei Airbus Deutschland GmbH in Hamburg im Bereich Flight Physics, Loads & Aeroelastics. Gleichzeitig begann er, in seiner Freizeit an der Promotion zu arbeiten, für die er Ergebnisse seiner Arbeit verwenden durfte: „Als mir Ende 2004 klar wurde, dass sie für meine Promotion verwendbar sein würden, habe ich mich an das Lehrgebiet PRT in Hagen gewandt.“ Prof. Dr.-Ing. Michael Gerke übernahm gerne die wissenschaftliche Betreuung der Promotion. Zweiter Gutachter wurde Prof. Dr.-Ing. Udo Carl vom Institut für Flugzeug-Systemtechnik der Technischen Universität Hamburg-Harburg: „Die FernUniversität deckte bei meinem regelungstechnischen Thema die theoretische Seite ab, Hamburg den Part der systemtechnischen Realisierung.“

Seine Entwicklung ist ein Verfahren zur aktiven Schwingungsdämpfung an Flugzeugen. Jeder Flugpassagier kennt das „Wackeln“ der Flügel: Turbulenzen bringen ihre elastische Struktur zum Aufschaukeln: „Halme, die sich im Wind biegen, brechen auch nicht – eben weil sie flexibel konstruiert sind.“ Flugzeugflügel halten natürlich sehr hohe Belastungen aus. Allerdings wird der Komfort beeinträchtigt.

Foto: Airbus

Michael Enzingers Entwicklung sorgt nun für noch höhere Sicherheit und Komfortverbesserung: Die Steuerflächen des Flugzeugs, zum Beispiel Quer, Höhen- und Seitenruder, werden benutzt, um Turbulenzen auszugleichen. „Der Charme von Herrn Enzingers Arbeit liegt darin, dass Sensoren bereits bestehende Komponenten mit Informationen für ein blitzschnelles Gegensteuern versorgen“, freut sich Michael Gerke über das Ergebnis der Promotion, die mit der mündlichen Prüfung am 11. Oktober 2007 abschloss.

Fragt man Dr.-Ing. Michael Enzinger, was ihm am FernUni-Studium besonders gefallen hat, dann nennt er sofort die Betreuung. Diese Erfahrung aus dem Studium war einer der Gründe, sich auch für die Promotion die Hagener Universität auszusuchen. Ein anderer war, dass „das Lehrgebiet PRT und mein Thema optimal zusammenpassten“. Immer zeigte sich die FernUniversität als verlässlicher Partner: „Das ist gerade bei einer externen Promotion besonders wichtig, sie lief absolut reibungsfrei.“

Promoviert hat Enzinger z. T. von Frankreich aus, wo er einen großen Teil des Jahres 2006 bei Flugversuchen für den Airbus A 340 verbrachte. Im April 2007 wurde er Assistent des deutschen A 380-Projektleiters. Mit ihm wechselte er im Oktober 2007 zum europaweit arbeitenden Center of Excellence für Rumpf und Kabine.

Gerd Dapprich | 03.12.2007
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