„Mediation als Methode für kommunale Fusionsverhandlungen“, so lautet der zukunftsweisende Titel des Projektes von Anja Terpitz aus dem sächsischen Oschatz, mit dem sie sich das Stipendium sicherte, das vom Contarini Institut für Mediation der FernUniversität in Hagen gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Mediation ausgelobt worden war. Überreicht wurde der Preis im Ballsaal des „Hotel de Rome“ von Ihrer Hoheit Dr. Inaara Begum Aga Khan, die als promovierte Juristin in der hochkarätig besetzten Jury saß.
Ihre Hoheit Dr. Inaara Begum Aga Khan (vorne re.) und Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen
Das Stipendium, das die Kosten für das zweisemestrige weiterbildende Studium der Mediation umfasst, soll dazu beitragen, Mediation und die Qualität professioneller Mediationsverfahren noch weiter ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Bei der Mediation handelt es sich um ein Verfahren zur Konfliktbewältigung, bei dem die Streitenden gemeinsam, unterstützt durch den neutralen Mediator, eine zukunftsweisende Lösung finden.
Knapp 130 geladene Gäste nahmen an der Feierstunde teil, darunter die Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue, NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und der niedersächsische Staatssekretär des Justizministeriums, Dr. Jürgen Oehlerking sowie die Kanzlerin der FernUniversität, Regina Zdebel.
Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen, Direktorin des Contarini Instituts, hob in ihrer Rede die Bedeutung der Mediation hervor. Mediation als Mittel einvernehmlicher Konfliktlösung findet Anwendung in nahezu allen Lebensbereichen, in Familien, in Schulen, im Betrieb, zwischen Privatleuten und Behörden und sogar innerhalb von Behörden.
Hintergrund des Projektes von Anja Terpitz ist die kommunale Neustrukturierung in Sachsen, die bis 2013 abgeschlossen sein soll. Drei Gemeinden einigten sich im Vorfeld darauf, die erforderlichen Fusionen als Mediationsverfahren durchzuführen, um „Dauerstreit“ von vornherein auszuschließen. Mit dem Projekt wird allen Beteiligten eine Plattform geschaffen, die es erlaubt, Unstimmigkeiten an einem Tisch zu klären. Dies schaffe, so die Jury, „ein Klima der Einigungsbereitschaft, in dem die Gemeinden selbstverantwortlich und ohne rechtlichen Zwang das Projekt der regionalen Neustrukturierung verwirklichen können.“
Mit Förderpreisen ausgezeichnet wurden außerdem Sascha Bade (Sundern/Sauerland) für das Projekt: „Aufsuchende Mediation“ sowie Melanie Meier (Bielefeld) für ihr Thema „Mediation macht Schule“.
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