Rubriken

FernUni-News - Lehre und Weiterbildung

Kommunizieren, kollaborieren und partizipieren

Beim Web 2.0 werden die Nutzer zu Produzenten

„Web 2.0“ – viele sprechen darüber, noch mehr nutzen seine Anwendungsformen, doch nur wenige wissen, was genau sich dahinter verbirgt. „Web 2.0 ist keine technologische Innovation, sondern eine neue soziale Form der Nutzung des Internets“, erklärt Sandro Mengel. Er ist Mitarbeiter im Lehrgebiet Bildungstheorie und Medienpädagogik von Prof. Dr. Claudia de Witt in der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften der FernUniversität in Hagen.

„Die verschiedenen Kanäle des Web 2.0 werden dazu genutzt, ein soziales Gemeinschaftsgefühl zu bilden und kollektives Gemeinwissen zu nutzen“, sagt er. Prof. de Witt betont: „Die virtuelle Kommunikation auf diesen verschiedenen Kanälen ist zentral für das Web 2.0. Man kann kommunizieren, kollaborieren und partizipieren.“ Neu ist auch, dass die Nutzerinnen und Nutzer zu Produzentinnen und Produzenten werden. Sie erzeugen selbst Inhalte und stellen diese ins weltweit zugängliche Internet ein. Dadurch ermöglichen sie anderen, an ihrem Wissen teilzuhaben und über die eingestellten Inhalte zu diskutieren, d. h. zu partizipieren.

Claudia de Witt demonstriert das Lernen mit Web 2.0 Claudia de Witt demonstriert das Lernen mit Web 2.0

Bei Web 2.0-Anwendungen im Freizeitbereich wie z.B. „MySpace“ oder „facebook“ erstellen die Nutzerinnen und Nutzer online ihr persönliches Profil, kommunizieren mit anderen registrierten Mitgliedern in Chats oder stellen selbst produzierte Videos ins Internet.

Auch im Bildungsbereich werden Web 2.0-Anwendungen zunehmend eingesetzt. Typische Formen in der Lehre sind z. B. Weblogs, d. h. digitale Tagebücher, und Wikis. Wikis sind Ansammlungen von Intranet- oder Internetseiten, die von den Nutzerinnen und Nutzern sowohl passiv gelesen als auch aktiv online erstellt werden. Sie erfüllen meist die Funktion eines Lexikons und allgemeinen Nachschlagewerks. Eines der bekanntesten ist Wikipedia. Auch so genannte Web 2.0-Videoportale wie „YouTube“, in denen die Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise Vorträge zu Studieninhalten als Lernvideo veröffentlichen oder hochladen können, befinden sich zunehmend im Einsatz.

An der FernUniversität tauschen sich Studierende untereinander und mit Lehrenden in Foren und Chats aus und erstellen Wikis. Einige Fakultäten benutzen die Plattform „moodle“ für die Betreuung der Studierenden in den einzelnen Studiengängen und somit für die Fernlehre. „Als Plattform wird moodle zwar nicht zum Web 2.0 gezählt, aber es integriert die einzelnen Anwendungen wie z. B. Foren und Wikis. Sie ermöglichen das Zusammenarbeiten, eine soziale Nutzung und die Teilhabe an der Entstehung gemeinsamen Wissens“, erläutert Claudia de Witt. So entstehen studiengangsbezogene Lerngemeinschaften. Eine ist z. B. das „Studierendencafé biwi-lounge“, ein virtuelles Forum für Studierende im Bachelor Bildungswissenschaften. Dieses Café dient den Studierenden als soziales Netzwerk. Sie tauschen sich über Studieninhalte, Fragen zur individuellen Lernorganisation und zum persönlichen Lernmanagement aus.

„Der Erfolg der Nutzung von Web 2.0-Anwendungen “, weiß Prof. de Witt, „hängt nicht zuletzt davon ab, dass die Kommunikation dabei authentisch ist und bleibt.“ Ein guter Kommunikationsstil sei sehr wichtig, erläutert sie: „Im Bildungsbereich sollte man sich nicht hinter ,Nicknames’, also Phantasienamen, verstecken, weil dies auch zu einem bewussteren Umgang mit und einer sorgsameren Verteilung von persönlichen und urheberrechtsgeschützten Daten führt.“ Damit wird auch eine Form von Qualitätssicherung herbeigeführt, da hinter jeder Veröffentlichung ein „echter“ Autor steht.

Gesche Quent | 26.02.2008
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de