In ungewöhnlicher Form fand in diesem Jahr das Seminar „Mathematik und Politik“ statt: Zum einen als Exkursion zum renommierten Meinungsforschungsinstitut „Infratest dimap“ und zum Deutschen Bundestag und zum anderen als Vortragsreihe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Regionalzentrum der FernUniversität in Berlin.
Am Samstag, dem 12. Juni, trafen 18 Mathematikstudentinnen und -studenten aus ganz Deutschland im SpreePalais am Dom zusammen, wo im vergangenen September das neue Regionalzentrum eröffnet wurde. Unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Kirsch referierten die Fernstudierenden über Wahlsysteme, Messung und Verteilung von politischer Macht, Möglichkeiten zur Minimierung des Demokratiedefizits in der Europäischen Union, Sitzverteilungsverfahren und Methoden für Wahlprognosen und Wahlhochrechnungen.
Michael Kunert von Infratest dimap und Prof. Kirsch mit der Seminargruppe
Bereits am Vortag fanden sich die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer mittags am Paul-Löbe-Haus ein, einem der Parlamentsgebäude im Berliner Regierungsviertel, direkt neben dem Reichstag. Dort wurde die Gruppe vom Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis 139 (Hagen-Ennepe-Ruhr-Kreis I) René Röspel empfangen. Röspel berichtete der Seminargruppe über seinen Tagesablauf und seine Arbeit im Bundestag. Nach einer Diskussionsrunde gab Röspel zusätzlich eine Führung durch den unterirdischen Verbindungstrakt vom Paul-Löbe-Haus zum Reichstag durch den Fraktionssaal der SPD bis hin zur Aussichtsplattform und Kuppel des Reichstags.
Im Anschluss ging die Reise am Nachmittag weiter zum Treptower Park in den Südosten Berlins, wo Michael Kunert, Bereichsleiter für Wahlberichterstattung bei dem Wahlforschungsinstitut Infratest dimap, die Seminargruppe begrüßte. Infratest dimap erstellt unter anderem die Wahlhochrechnungen für die ARD. Michael Kunert, der Mathematiker des Berliner Infratest dimap Teams, gab den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern in seinem Vortrag einen Einblick in Methoden zur Erstellung von realitätsnahen Wahlprognosen und Wahlhochrechnungen sowie Sitzzuteilungsverfahren. Mathematische Methoden, die die Gruppe am nächsten Tag in ihren wissenschaftlichen Grundlagen näher beleuchtete.
Die Resonanz von allen Beteiligten war bei den Veranstaltungen am Seminarvortrag wie auch beim Seminar selbst sehr positiv. Die Mitarbeiter des Lehrgebiets Stochastik, insbesondere Jessica Langner und Dr. Eugen Grycko, die das Seminar gemeinsam mit Prof. Kirsch vorbereitet haben, freuen sich darauf, das Seminar „Mathematik und Politik“ mit einem ähnlichen Angebot im nächsten Sommersemester erneut zu veranstalten.
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