Wir schreiben das Jahr 2010. Marc Schauerte, ein 24-jähriger Student der FernUniversität in Hagen, präsentiert Prof. Dr. Wolfram Schiffmann, dem Zweitgutachter Dr. Bernhard Fechner und einigen wissenschaftlichen Mitarbeitern der Fakultät für Mathematik und Informatik seine Abschlussarbeit „Implementierung einer Steuerung für Google-Earth mit dem Wii-Balance-Board“ im Studiengang Bachelor of Computer Science. Seine erstmals quelloffene Entwicklung verbindet Google Earth mit dem „Balance Board“ der Nintendo-„Wii“.
Schauertes Aufgabe war es, eine Software zu entwickeln, mit der das Balancier-Brett direkt an einen PC angeschlossen werden kann – ohne die Wii-Konsole selbst, die nur für den Einsatz am TV-Gerät konzipiert ist. Ihm gelang es, eine Schnittstellensoftware für das Board zu programmieren und es per Bluetooth-Technologie am PC anzuschließen.
Locker neigt sich Schauerte auf dem weißen Brett, das einer Personenwaage ähnelt, hin und her. Er steuert mit seinem Körpergewicht wie auf einem Surfbrett an der Grenze zwischen Erdatmosphäre und Weltall.
Zum Zweiten sollte Schauerte eine Steuerstrategie entwickeln, um die Signale der vier Drucksensoren so auszuwerten, dass man dreidimensional in Google Earth navigieren kann – nach links und rechts, vorne und hinten, oben und unten. Alles allein durch Verlagerung des Gewichts. Die Richtungssteuerung verdeutlichte sich der Student einfach an einem Papierflieger, bevor er mit der Programmierung begann.
Richtig beeindruckend ist die Vorführung mit dem Panorama-Display, das Prof. Schiffmann im Labor seines Lehrgebiets Rechnerarchitektur ständig weiterentwickelt: Mehrere Beamer strahlen – gesteuert von einigen einfachen PCs, die in einem Cluster zusammenarbeiten – Google-Earth-Bilder auf bis zu sechs rechteckige Leinwände. Diese stoßen in gleichen stumpfen Winkeln aneinander, so dass sie einen Teilkreis beschreiben, der eine Person umgibt. In den Bereichen der Winkel kommt es natürlich zu Verzerrungen und Helligkeitsunterschieden der Bilder, die sich hier etwas überlappen. Diese Verzerrungen werden jedoch durch eine spezielle Software zu einem jeweils nicht mehr erkennbaren Anschluss „zurecht gebogen“.
Locker neigt sich Schauerte auf dem weißen Brett, das einer Personenwaage ähnelt, hin und her. Er steuert mit seinem Körpergewicht wie auf einem Surfbrett an der Grenze zwischen Erdatmosphäre und Weltall. Kurz zurücklehnen – und das Brett steigt nach oben – Vorsicht, nicht mit dem Mond kollidieren! Dann beugt er sich ein wenig zur Seite und driftet ab in Richtung unendlicher Weiten – „Beim Mars bitte rechts abbiegen!“ Jetzt wieder nach links und nach vorne neigen: Und schon geht es rasant auf die Westküste der USA zu, dann zum Mittleren Westen und nach Norden über die Großen Seen Richtung Kanada. Von Kontinent zu Kontinent geht die Fahrt, über die weißen Flächen von Grönland, von Nord- und Südpol. Bis er zur Landung auf dem Campus der FernUniversität in Hagen ansetzt.
Marc Schauerte ist von Beruf Informationstechnischer Assistent. Er begann im Sommersemester 2006 als Teilzeitstudent mit seinem Bachelorstudium Computer Science an der FernUniversität in Hagen.
Den Quellcode zur der Open-Source-Software von Marc Schauerte kann man unter http://sourceforge.net/projects/wiisurfer/ herunterladen.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de