Die Mitarbeitenden des KSW-Prüfungsamtes haben 242 Koffer gepackt (hier ein Foto aus dem September 2010).
Knapp 500 Studierende sitzen in einem Hörsaal in Köln, bereit mit ihren Prüfungen zu beginnen. In ganz Deutschland, in Europa und in der Welt schreiben an diesem Tag im März 2011 knapp 3.000 FernUni-Studierende ihre Klausuren. Eine wichtige Voraussetzung hierfür: Alle Klausuraufgaben waren zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Die Verantwortung dafür tragen die Prüfungsämter der Fakultäten der FernUniversität in Hagen.
Allein zur Klausur im laufenden Wintersemester 2010/11 hat die Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften (KSW) rund 12.500 Aufgaben von Hagen aus verschickt. Das alles in 242 Koffern, zahlreichen Wannen und Päckchen und binnen einer Woche. Die Arbeit des KSW-Prüfungsamtes, die hier stellvertretend für die anderen Fakultäten der FernUniversität vorgestellt werden soll, beginnt allerdings schon gut sechs Wochen vorher. Zehn Mitarbeitende sind an dem Prozess beteiligt. Sie packen jede einzelne Klausur in einen separaten Umschlag. „Nur so können wir sicherstellen, dass alle Studierenden die Aufgaben vor Ort gleichzeitig einsehen und mit der Bearbeitung beginnen können“, erklärt Dr. Bernd Sudeick, Geschäftsführer des KSW-Zentralbereichs, zu dem auch das Prüfungsamt gehört.
Jeder einzelne Koffer wiegt gefüllt 15 bis 20 Kilogramm. „Da müssen wir schon vorher klären, wer die Koffer entgegennimmt und wo sie bis zum Tag der Prüfung gelagert werden“, zeigt Sudeick eine der logistischen Herausforderungen auf. Die meisten Studierenden schreiben ihre Klausuren in extra angemieteten Hörsälen. Es gibt allein zehn Klausurorte in Deutschland. Hinzu kommen vier in Österreich und jeweils einer in Ungarn und in der Schweiz.
„Außerdem finden wir individuelle Lösungen für die Sonderfälle.“ Sonderfälle sind laut Sudeick z.B. Studierende im Ausland oder mit Behinderungen. Das Prüfungsamt ermöglicht es ihnen, ihre Prüfungen in Goethe-Instituten, Deutschen Schulen oder in Botschaften abzulegen, bei bestimmten Behinderungen auch alleine in einem Studienzentrum oder zuhause – beides natürlich unter Aufsicht. „Wir möchten schließlich allen die Möglichkeit geben, an den Klausuren teilzunehmen.“
3.000 Klausuren an einem Tag
An einzelnen Tagen schreiben mehrere tausend Studierende ihre Prüfungen. Ein Modul schreiben alle am gleichen Tag. Nur die Klausuren im Ausland finden in wenigen Fällen schon früher statt. „Sie müssen uns aber eidesstattlich versichern, dass sie bis zur eigentlichen Prüfung Stillschweigen bewahren.“
Die größte logistische Herausforderung besteht allerdings darin, überhaupt die passenden Räume zu bekommen. „Hierbei werden wir sehr gut durch die Verwaltung der FernUniversität unterstützt“, erläutert der Leiter des KSW-Prüfungsamtes. In Köln oder Dortmund schreiben beispielsweise über 400 Studierende gleichzeitig ihre Klausuren. Die Räume müssen dafür die zwei- bis dreifache Personenanzahl fassen, da entweder genügend Abstand zwischen den einzelnen Prüflingen sein muss oder jeweils zwei mit unterschiedlichen Klausuren nebeneinander sitzen müssen. Für den reibungslosen Ablauf sorgen insgesamt rund 60 externe Aufsichten.
Die logistische Leistung ist gigantisch. Schief gegangen ist jedoch bisher fast nie etwas. „Unsere Fehlerquote liegt im minimalen Promillebereich. Aber wir haben hier auch ein tolles Team“, lobt Sudeick seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de